Einsiedler auf Restauration Island

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Paradies auf Erden

Nachdem er fast sein gesamtes Vermögen verloren hatte, beschloss ein ehemaliger Millionär, auf eine einsame Insel vor der australischen Küste zu ziehen. Er lebt im „Paradies auf Erden“ – seit mittlerweile 20 Jahren. Der 73-jährige David Glasheen ist glücklich auf seinem Eiland namens Restoration Island.

Die nächste Stadt, der Küstenort Cairns, ist 1.000 Kilometer entfernt. Dorthin kommt Glasheen nur einmal jährlich, um das Allernötigste einzukaufen: Reis, Olivenöl – und Schokolade und Gummibärchen, auf die Glasheen ebenfalls nicht verzichten kann. Ansonsten lebt er von den Früchten der Insel und des Meeres.

Die Restoration Island, die sich unweit der nordöstlichen Spitze der australischen Insel im Bundesstaat Queensland, befindet, bezeichnet David Glasheen als „Paradies auf Erden.“  Er genießt sein Leben dort: Es gibt keinen Zeitdruck, keine Pflichten und auch keine Routine, wie er behauptet. „Jeder Tag ist anders,“ sagt er. Und die Natur sei atemberaubend, betont er.

Und das, obwohl die wilde Natur der Insel auch ihre Tücken hat. So lauern am Strand Salzwasserkrokodile, im Gebüsch tummeln sich giftige Spinnen und Schlangen. So wurde sein Hund – der einzige Begleiter auf der einsamen Insel – von einer Schlange gebissen und starb. Seitdem hat er einen neuen Hund namens Polly. Auch er selbst musste einmal mit einem Flugzeug evakuiert werden, nachdem ihn eine Giftspinne gebissen hatte.

Doch seien solche Bedrohungen nichts im Vergleich mit den Gefahren, die das Leben in dicht besiedelten Gebieten oder Großstädten mit sich bringt – zum Beispiel Terroranschläge. Er könne sich zumindest sicher sein, dass er niemals von einer Bombe in die Luft gejagt wird, sagt Glasheen.

Intellektuelle Gespräche und Frauen ausdrücklich erwünscht

Trotz alledem vermisst er auch einige Dinge, zum Beispiel Besuche im Theater und Live-Musik. Und noch bedeutender: Es fehlen ihm intellektuelle Gespräche und menschliche Berührung. Er hätte gerne eine Freundin oder zumindest zeitlich befristete weibliche Besuche in seinem Robinson-Crusoe-Reich. Daran arbeitet er schon: Glasheen sucht auf Dating-Seiten aktiv nach einer Frau.

Das funktioniert, weil er trotz seiner Abgeschiedenheit Zugang zum Internet hat. Den Strom dafür bezieht er über Solaranlagen. Und seit ein paar Jahren hat er sogar fließendes Wasser in seiner Holzhütte, die erstaunlicherweise noch aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stammt.

Von Backpackern und gestrandeten Touristen

Ab und zu bekommt er auch schon menschlichen Besuch von Backpackern. Sogar der Schauspieler Russell Crowe kam einmal zu Besuch. Und neulich bekam er eine Visite vom Spanier Alvaro Cerezo, dem Gründer des Reise-Unternehmens Docastaway, das sich auf Touristen spezialisiert hat, die für ein paar Tage in die Rolle des legendären Schiffbrüchigen Robinson Crusoe schlüpfen wollen. Nach diesem Besuch entstand auch ein kurzes Video über den Einsiedler.

Ihm wurde schon einmal damit gedroht, von der Insel zu fliegen, weil seine Pachtung der Insel angeblich nicht rechtens war. Glasheen konterte daraufhin, er könne auch auf eine gestrandete Yacht vor der Insel ziehen, um sich, technisch gesehen, nicht mehr auf australischem Boden zu befinden. Bis jetzt ließ man ihn aber in Ruhe.