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Traumland Australien
Auswandern leicht gemacht

Die australische Wirtschaft boomt; das Land sucht Einwanderer aus allen möglichen Berufen. Ein neues Leben wartet dort auf einen, eine neue Welt voller Unwägbarkeiten, Heimweh, Problemen, Neugier und Abenteuer.
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Wirtschaft Down Under

Wirtschaft Australien

Ein Wechselbad der Gefühle: Sonne und Schatten über dem australischen Wirtschaftswachstum

Australien hat allen Grund optimistisch in seine ökonomische Zukunft zu schauen. Die Investitionsabsichten in den Bereichen Infrastruktur, Bergbau und Energie addieren sich für die kommenden drei Jahre auf mehrere 100 Mrd. $A. Die Staatskassen auf Bundes- und teilweise auch Bundesstaatenebene sind seit Jahren kräftig gefüllt. Es muss jetzt nur noch gelingen, diese Gelder in produktive Kanäle zu dirigieren. Auch in der privaten Wirtschaft sieht die Rentabilität der Unternehmen sehr ordentlich aus und das Geschäftsklima ist ungebrochen gut.

Das australische Wachstum wird zum überwiegenden Teil von Investitionen und weniger vom Konsum bestimmt, obgleich dieser auch in sehr zufriedenstellenden Bahnen verläuft. Der fünfte Kontinent kann nach Expertenmeinung 2008 eine reale Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von rd. 4,0 bis 4,5% verwirklichen – unter den westlichen Industrieländern eine einmalige Entwicklung. Der eigentliche Hintergrund dafür ist die nach wie vor ungebrochen starke asiatische Nachfrage nach Energieträgern und mineralischen Rohstoffen.

Vom aufziehenden weltweiten Sturm auf den internationalen Finanzmärkten und Rezessionsentwicklungen glauben australische Wirtschaftskreise relativ gut geschützt zu sein. Sie weisen auf die stets enger werdenden ökonomischen Bindungen an den asiatischen Raum und die mittlerweile geringere Anbindung an die USA hin, von der die Krise der Finanzmärkte ausgeht. Dies sind alles logische und richtige Annahmen

Von zwei sehr wahrscheinlichen Entwicklungen kann sich Australien aber nicht abkoppeln. Zu diesen zählen eine sich schnell ausbreitende Vertrauenskrise in der internationalen Geschäftswelt - besonders gegenüber Banken sowie den ungewissen Reaktionen Chinas, das mit Exporteinbußen auf seinem wichtigsten Absatzmarkt, USA, rechnen muss. Auch ein insgesamt geringeres weltwirtschaftliches Wachstum passt nicht in das wirtschaftpolitische Konzept von China.

Eine sich verschärfende Vertrauenskrise kann sich für Australien fatal auswirken. Die Achillesferse der australischen Wirtschaft ist die enorme private Haushalts- und außenwirtschaftliche Verschuldung des Landes. Der fünfte Kontinent unterscheidet sich dabei kaum von anderen anglo-amerikanischen Ökonomien. Trotz stark gestiegener Rohstoffausfuhren will es Australien nicht gelingen, eine positive Handels- oder Leistungsbilanz zu produzieren. Aufgrund einer ständig zunehmenden Auslandsverschuldung – für die ja Zinsen und Dividenden zu zahlen sind – verzeichnet die Leistungsbilanz von Jahr zu Jahr neue Rekorddefizite. Die externen Verbindlichkeiten – sie sind hauptsächlich privatwirtschaftlicher Natur – erreichten 2007 geschätzte 550 Mrd. $A. Der Betrag repräsentiert 55% des australischen Bruttoinlandsprodukts.

Das Leistungsbilanzdefizit wurde stets mit generösen Investitionen und Kapitalzuflüssen ausgeglichen. Die Gegenfinanzierung erfolgte hauptsächlich aus Europa und den USA. Wie sieht es aus, wenn diese Entwicklung aufgrund der Vertrauenskrise nicht mehr so läuft wie bisher? Macht nichts, rufen da einige Experten, dann lassen wir eben das Geld aus Staatsfonds von China, Singapur, den Vereinigte Arabische Emirate und anderen Golfstaaten kommen. Eine unerwünschte politische Einflussnahme wird dann nicht ausbleiben.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Vertrauenskrise langfristiger Natur sein. Die Banken wollen sich nicht in ihre Bücher schauen lassen. Sie wissen nichts über die Finanzlage von Hedge Fonds oder Private Equity Firmen und wollen dies auch nicht wissen. Ein ähnlicher Transparenzmangel ist beim Kreditkartengeschäft festzustellen. Als der deutsche Finanzminister Steinbrück seinen amerikanischen und britischen Kollegen im Frühjahr 2007 gebeten hatte, doch für mehr Transparenz bei diesen Finanzierungsorganisationen zu sorgen, handelte er sich nur Fußtritte ein.

Anders wie in Deutschland bekommen die australischen Haushalte die Vertrauenskrise, die sich u.a. durch extreme Börsenkursschwankungen äußert, direkt zu spüren. Etwa 47% von ihnen verfügen über Aktien. Viele ältere Bürger bestreiten durch Aktienverkäufe ihren Lebensunterhalt. Auch das Vermögen vieler Pensionsfonds hängt von der Entwicklung der Aktienkurse ab. Die Deutschen haben der Börse noch nie getraut. Nur etwa 15% der Haushalte verfügen über Aktienbesitz.

Die Vertrauenskrise hat auch ihre guten Seiten. Sie führt möglicherweise dazu, dass der australische und ango-amerikanische Schuldenwirtschaft endlich ein Riegel vorgeschoben wird. Übernahmeschlachten, Fusionen und andere „Deals“, die vorzugsweise mit Kreditaufnahmen finanziert wurden, finden hoffentlich bald ein Ende. „Deals“ im Wert von rd. 12 Mrd. $A sind bereits geplatzt. Auch extreme Managergehälter und Renditeerwartungen werden voraussichtlich auf ein vernünftiges Maß gestutzt.

Der Autor Franz Reichwein ist Leiter des Büros der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Sydney und berichtet exklusiv für die InfobahnAustralia über wirtschaftliche Tendenzen in Australien.

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Photo Credit: Tourism Australia

 

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