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Traumland Australien
Auswandern leicht gemacht

Die australische Wirtschaft boomt; das Land sucht Einwanderer aus allen möglichen Berufen. Ein neues Leben wartet dort auf einen, eine neue Welt voller Unwägbarkeiten, Heimweh, Problemen, Neugier und Abenteuer.
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Wirtschaft Down Under

Wirtschaft Australien

Was passiert nach dem Regierungswechsel?

Die australischen Wähler haben entschieden. Kevin Rudd von der Labor Partei ist der neue Premierminister des Fünften Kontinents. John Howard ist damit nach elf Jahren abgewählt. Howards größter Verdienst war, das Land wirtschaftlich zu einer der stärksten Nationen der Welt zu machen.

Ausländische Beobachter fragen sich nun natürlich, was sich ökonomisch und besonders außenwirtschaftlich unter einer möglichen Labor-Regierung ändern wird. Die Antwort fällt leicht: So gut wie Nichts! Der Globalisierungskurs im Außenhandel – gekennzeichnet durch weitere Reduzierungen von Einfuhrabgaben und Bestrebungen, weitere Märkte durch Freihandelsabkommen zu öffnen – bleibt bestehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit können die deutschen Kfz und Kfz-Teilerhersteller damit rechnen, dass ab 2010 der Zolltarif auf ihre Ausfuhrprodukte nach Australien von derzeit 10% auf 5% gesenkt wird. Diese Erzeugnisse bilden den wichtigsten Bestandteil der deutschen Lieferungen zum fünften Kontinent. In den letzten zwei Jahrzehnten war es die große Leistung beider Parteien bestehende Handelsbarrieren deutlich zu senken. Die deutsche Exportwirtschaft hat von dieser Entwicklung sehr profitiert.

Gegen den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen (FHA) besteht bei Labor etwas mehr Widerstand als bei den Liberalen/Nationalen. In beiden Lagern ist das angestrebte FHA mit VR China umstritten. Vermutlich wird China kein grünes Licht dafür geben. Leider waren unter der Howard-Führung die handelspolitischen Beziehungen zur EU recht gespannt. Ohne Differenzierung wurde die EU oft als alleiniger Bremser der Doha-Runde – bei der es vorwiegend um die Liberalisierung der Weltagrarmärkte geht – denunziert. Howard hat in seiner Amtszeit nur zweimal kontinentaleuropäische Länder besucht aber sich achtmal in London blicken lassen.

Auch unter Rudd wird sich das Verhältnis zu Brüssel allein aufgrund globalökonomischer Entwicklungen entspannen. In einem Bereich – Klimaschutzpolitik - bestehen jedoch zwischen Labor und Liberalen/Nationalen erhebliche Unterschiede. Rudd will das Kyoto-Protokoll sofort ratifizieren. Howard konnte sich dazu noch nicht durchringen. Deutschland kann sich im Falle einer Ratifizierung u.a. gute Lieferchancen im Sektor erneuerbare Energien ausrechnen – Solaranlagen, Windgeneratoren usw..

Am guten Investitionsklima in Australien wird sich nach dem Regierungswechsel nichts ändern. Es herrscht fast Vollbeschäftigung. Die Inflationsrate verläuft in moderaten Bahnen. Löhne und Gehälter steigen kräftig, und auf dem Arbeitsmarkt ist das Konfliktniveau sehr niedrig. Letzteres ist bestimmt durch ständige Machteinbußen der Gewerkschaften und geringe Arbeitszeitverluste durch Streiks. Deutschland hat in den letzten Jahren viel in Australien investiert. 2006 erreichte der Stand deutscher Direktinvestitionen auf dem fünften Kontinent rd. 6,5 Mrd. Euro. In nur wenigen Ländern in der asiatisch-südpazifischen Region wird diese Summe überschritten. Die bilateralen Investitionsbeziehungen befinden sich in einer anhaltenden Aufschwungphase.

Ebenso wie die inländischen Unternehmen haben auch die ausländischen Firmen und Investoren eine große Wunschliste für die kommende Bundesregierung zusammengestellt. Sie verlangen eine gründliche Reform der Unternehmensbesteuerung, die vernünftigen betrieblichen Investitionen oft im Wege steht. Außerdem halten sie Steuersenkungen für angebracht. Ein anderer Problembereich betrifft die verkehrstechnische Infrastruktur. In diesem Sektor ist Australien im Vergleich zu anderen Industrieländern einfach rückständig. Die gute volkswirtschaftliche Wachstumsrate, die gegenwärtig über 3% liegt, könnte glatt verdoppelt werden, sofern das Land über ein modernes Straßen- und Bahnnetz verfügen würde.

Der Autor Franz Reichwein ist Leiter des Büros der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Sydney und berichtet exklusiv für die InfobahnAustralia über wirtschaftliche Tendenzen in Australien.
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Photo Credit: Tourism Australia

 

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