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Traumland Australien
Auswandern leicht gemacht

Die australische Wirtschaft boomt; das Land sucht Einwanderer aus allen möglichen Berufen. Ein neues Leben wartet dort auf einen, eine neue Welt voller Unwägbarkeiten, Heimweh, Problemen, Neugier und Abenteuer.
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Wirtschaft Down Under

Wie lange hält der Rohstoffboom noch an?

Hinter der roten Erde, einer kargen Vegetation und dem vielen Nichts von Australiens Outbackregionen verbergen sich wertvollste Bodenschätze: Eisenerz, Bauxit, Uran, Kohle, Kupfer, Gold, Mangan, Nickel... Ihnen verdankt das Land seinen kontinuierlichen Wirtschaftsboom, der vor allem im rohstoffreichen Westaustralien und in Queensland sichtbar ist. Allein im Finanzjahr 2004/05 verdiente Australien mit dem Verkauf von mineralischen Rohstoffen und Energieträgern etwa 90,5 Mrd. australische Dollar. Abnehmer waren vor allem asiatische Staaten, Indien oder China zum Beispiel. Doch wird sich dieses Rekordergebnis in den kommenden Jahren wieder in gleicher Höhe einstellen oder sogar noch übertroffen werden? Und wann ist mit einem Ende des Rohstoffbooms zu rechnen?

Mehrheit der Experten ist weiter optimistisch

Das Australian Bureau of Agricultural and Research Economics (ABARE) prognostiziert für 2006/07 Deviseneinnahmen durch Rohstoffverkäufe von rund 108 Mrd. $A. Eine weitere Steigerung also, die sich auch durch erwartete Preissteigerungen für Kokskohle und Eisenerz bedingt. Bei der Beantwortung der Frage, wann dieser Boom denn nun endlich sein Ende findet, stochern viele Experten dagegen im Nebel. Wahrscheinlich, so vermuten sie, wird um 2010 das chinesische und indische Wirtschaftswachstum in gedämpfteren Bahnen verlaufen. Nachfrage und Angebot für Rohstoffe könnten sich dann ausgleichen. Die Preise würden sich dann wohl auf hohem Niveau stabilisieren. Aus Indien oder China kommen derzeit aber noch keine ökonomischen Entspannungszeichen. Etwa 40 Prozent der weltweiten Eisenerznachfrage kommen aus China. Bei Stahlerzeugnissen sind es 30 Prozent. Bis 2020 will China 500 Kohlekraftwerke und 60 Atomkraftwerke bauen. Der Fahrzeugbestand steigt innerhalb des nächsten Jahrzehnts von derzeit 24 Mio. auf 140 Mio. In Australien wird auch übersehen, dass es weltweit viele Zentren mit sehr hohen Wachstumsraten gibt. Zu diesen zählen u.a. die Golfstaaten, Pakistan, Russland und viele Länder in Lateinamerika. Dies könnte den Boom also noch weitaus länger am Leben erhalten.

Weiterhin gute Absatzchancen für ausländische Zulieferer

Die ausländischen Lieferanten von Bergbaumaschinen und anderen Kapitalgütern können deshalb mit Gewissheit mit weiterhin guten Absatzchancen rechnen. Sie lassen wegen der hohen Nachfrage ihre Kunden sogar auf Lieferungen warten.

Belastungsprobe für die Infrastruktur

Aufgrund dieser weltweiten Nachfragesituation sieht sich Australien mit ungewöhnlichen Herausforderungen konfrontiert. In Western Australia erreichte das reale Wirtschaftswachstum im Juni 2006 stolze 14% p.a., in Queensland waren dies 7,3% p.a.. Zum Vergleich: in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten New South Wales und Victoria waren es dagegen nur anämische 1,1% p.a.. Im rohstoffreichen Western Australia und in Queensland unterliegen alle Infrastruktursysteme enormen Stresssituationen. In diesen Staaten fehlt es an Wohnraum, Hotelunterkünften, Ärzten und allen Arten von technischen Fachkräften. Die Regierung von Western Australia ruft nach Zinserhöhungen durch die Zentralbank, um den Boom wenigstens etwas zu bremsen. Diese können von der Bevölkerung in den östlichen Bundesstaaten mit ihren hohen Hypothekenbelastungen aber nur schwer verkraftet werden.

Haushaltsüberschüsse in der Bundeskasse

Der Boom spült Geld in die staatlichen Kassen. Die Bundesregierung in Canberra und die meisten anderen Bundesstaaten sehen sich Jahr für Jahr mit riesigen Haushaltsüberschüssen konfrontiert. Die Bundesregierung ist schuldenfrei! Sie redet die Konjunktur herunter. Die Regierungen können nicht ständig Steuern senken, sonst würde der private Konsum heiß laufen. In dieser Situation bietet es sich an, verstärkt in Ausbildungs- und Infrastrukturvorhaben sowie in Industrien zur Weiterverarbeitung von Rohstoffen zu investieren. Viele Staaten in Europa würden sich glücklich schätzen, einmal mit so einer Konjunktursituation konfrontiert zu sein!

Der Autor Franz Reichwein ist Leiter des Büros der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Sydney und berichtet exklusiv für die InfobahnAustralia über wirtschaftliche Tendenzen in Australien.

Foto Credit: Tourism Australia

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