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Wirtschaft Down Under

Deutsche Automobilhersteller bauen Marktanteile in Australien aus

Gute Noten für deutsche Autos auch von der Presse

Die Autozeitschrift „Australia’s Best Cars“ hat zusammen mit sieben nationalen Automobilklubs alle 2006 in Australien verkauften Autos beurteilt. Die Autoexperten und Journalisten unterteilten dabei zwölf Fahrzeugklassen, die von Kleinwagen bis zu Luxusgeländewagen reichten.

"Small is beautiful"
In der Guppe „best small car“ erreichte der VW Polo TDI den ersten Platz. Dies ist unter zahlreichen Aspekten bemerkenswert. Dieselfahrzeuge waren über Jahrzehnte hinweg in Australien als laut, stinkend und antriebsschwach verschrien. Diese Einstellung hat sich radikal geändert. Die Zuwachsraten bei Diesel-Pkws liegen – im Vergleich zum Vorjahr – bei 120%. Überdies boomt der Absatz bei Kleinfahrzeugen. Inzwischen verschmähen die Australier Spritschlucker. Small is beautiful! Die lokale Kfz-Industrie, die fast ausschließlich „große Schlitten“ herstellt, bekommt dies in Form drastischer Absatzrückgänge zu spüren.

Volkswagen ist der große Gewinner
In der Kategorie „best mid-size car (über 28.000 $A)“ lag der VW Jetta TDI an der Spitze. Natürlich wieder ein Diesel. Auf dem 4. und 5. Platz in dieser Klasse lagen VW Golf 2.0 TDI und der Golf 2.0 FSI. Zum besten Sportauto Australiens – „best sport cars“ - wurde der Golf GTI erkoren. Den Superlativ „best luxury sport car“ sicherte sich der Audi RS4 Quattro. Die Plätze zwei bis sieben besetzten die Fabrikate BMW 335i, Mercedes CLK 350, Porsche Cayman S, BMW Z4 M Coupe, Mercedes SLK 350K und der Porsche Boxter S.

Bei den „best prestige cars“ – in Deutschland würde man über diese Bezeichnung etwas schmunzeln – landete der VW Passat FSI nach dem Lexus250, dem Subaru Liberty 3.0 R und dem Honda Legend 3.5 L auf einem respektablen vierten Platz. Leider gab es keinen deutschen Spitzenplatz in der Gruppe „best luxury cars“. Den Vogel schoss dabei der Lexus GS350h ab. Aber auf den nachfolgenden Plätzen wimmelte es von deutschen Luxuslimousinen. Die gleiche Vorstellung gab es bei „best luxury 4WDs“. Der Lexus RX350 erreichte die Pool Position gefolgt von BMW X5 3.0D, Audi Q7 und Mercedes ML 350 Classic.

Deutsche Autohersteller gewinnen insgesamt Marktanteile in Australien
Zwischen den Bewertungen von „ABC“ und den Verkaufserfolgen deutscher Kfz-Hersteller in Australien im Jahre 2006 besteht offenbar eine Korrelation. VW mit seinen Modellen gelang es, in die Gruppe der zehn am meisten verkauften Pkw-Marken in Australien aufgenommen zu werden. Der VW-Marktanteil erreichte 2,2%. Auch alle anderen deutschen Fahrzeugproduzenten konnten ihre Marktanteile ausbauen.

Von diesen schönen Erfolgen bekam der deutsche Außenhandel leider wenig zu spüren. Die Zahl der von Deutschland nach Australien gelieferten Autos sank von rund 40.300 Einheiten 2005 auf 32.800 Einheiten 2006. Viele deutsche Fahrzeuge wurden von südafrikanischen Produktionsstätten aus nach Australien geliefert.

Veränderte Verbrauchermeinung
Obwohl die deutschen Pkws nicht billig sind und die asiatische Konkurrenz ihnen bei den Preisen haushoch überlegen ist, sind mehr und mehr Australier bereit, für technische Innovationen, sparsamen Spritverbrauch, Sicherheit und vernünftige Unterhaltungskosten auch einen deutlich höheren Preis zu zahlen. Ein deutscher Pkw-Markenhersteller fördert in seiner Werbung sogar die deutsche Sprache. Der Käufer möge doch bitte „Aus Liebe zum Auto“ sein PKW-Fabrikat erwerben.

Der Autor Franz Reichwein ist Leiter des Büros der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Sydney und berichtet exklusiv für die InfobahnAustralia über wirtschaftliche Tendenzen in Australien.

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Photo Credit: Volkswagen Australia

 

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