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Vom Surferoutfit zur hippen Abendrobe
Australien ist den meisten nicht
unbedingt bekannt für seine Fashion Szene. Zu Recht, denn
Klischee hin oder her, die Bilder, die den Rest der Welt erreichen,
zeigen entweder knapp bekleidetet Badehäschen, gut gebaute
Surfer-Boys oder eben sehr lässig aussehende, gutgelaunte
Menschen, die nie arbeiten müssen. Kein Wunder, denn bei
Temperaturen weit über dreißig Grad, zieht wahrscheinlich
auch die echte Fashionista eher das Praktische vor. - Flip Flops
und Shorts, am liebsten in bunten Farben, machen den “Look
der Straße“ recht einheitlich und langweilig. Doch
alles, was sich tagsüber in Badelatschen und ausgeblichenem
Surfer Outfit auf die Straße wagt, wird nachts nicht mehr
wiedererkannt. Denn in den Clubs, Restaurants und Hotels sieht
jeder aus wie der wichtige Gast einer Hollywood Premiere oder
versucht es wenigstens. Gerade in den größeren Städten
und vor allem im hippen Sydney gehört zum Ausgehen ein
scharfes, „Oskar-taugliches“ Kleid, eine sexy Handtasche
und High-Heels, auf denen die Fortbewegung erst gelernt werden
muss. Die männliche Fraktion zieht Anzug oder zumindest
Hemd, bitte reingesteckt, Jeans und schicke Schuhe vor. Wenn
es um das geeignete Outfit für das abendliche Vergnügen
geht, sind die Australier erstaunlicherweise wählerisch.
„Made in Australia“ gilt nicht nur als Qualitätsmarke
für Lebensmittel, auch bei der Kleidung werden die einheimischen
Designer bevorzugt. Denen geben auch Magazine, Zeitungen und
das Fernsehen im unerträglichen Frühstücksprogramm
ein breites Forum. Unter den australischen Designern befinden
sich viele Namen, von denen selbst der modisch interessierte
Europäer sicherlich noch nie gehört hat, geschweige
denn diese aussprechen kann. Doch ein paar der australischen
Modemacher haben es über das große Wasser geschafft
und sind mittlerweile für die Garderobe von Hollywoodstars
und It-Girls verantwortlich. Dazu zählen: Sass&Bide,
Ksubi und Zimmermann. Diese Modemarken sind auch in Deutschland
mittlerweile bekannt und haben sich in Europa und den Staaten
einen Namen gemacht.
Das
erfolgreiche Label „Sass&Bide“ (www.sassandbide.com)
ist das modische Aushängeschild für Down Under. Zwei
hübsche Australierinnen sind verantwortlich für die
sehr verspielte und leichte Mode des Unternehmens. Sarah-Jane
Clarke (Kosename: „Sass“) und Heidi Middleton (Kosename
„Bide“) trafen sich durch ihre Ex-Freunde im Alter
von 18 und 21 Jahren. Die Männer von damals sind schon
lange nicht mehr an ihrer Seite, aber ihre Freundschaft und
ihre Liebe zur Mode hat gehalten. Was 1997 mit einem kleinen
Stand in der Portobello Road in London anfing, entwickelte sich
zu einer weltweit erfolgreichen Marke. Die Welt der Stars haben
Sarah-Jane und Heidi schnell erobert. Kate Moss, Kirsten Dunst
und Sienna Miller reißen sich mittlerweile um die Mode
zwischen Vintage-Kleidern, sexy Hotpants und soften Rocker-T-Shirts.
Vor allem die Sass&Bide Jeans-Linie begeistert Frauen in
den USA, Europa, im mittleren Osten, Asien und natürlich
in ihrem Heimatland Australien. Im Jahre 2002 ist das ehemalige
Underground Label zum ersten Mal international auf der Fashion
Week in London zu sehen gewesen. Die in Brisbane geborenen Modemacherinnen
sind übrigens die ersten Australier, die es auf die New
York Fashion Week geschafft haben. Ihre Zusammenarbeit basiert
auf einer festen Freundschaft und für beide Frauen steht
fest, dass ein Alleingang niemals in Frage kommen würde.
Ksubi (gesprochen: Kei- subi/Azzolini www.ksubi.com) ist wahrscheinlich
mittlerweile der bekannteste und hippste Fashion-Import aus
Australien. Nachdem Hollywood Sternchen wie Lindsay Lohan und
Mischa Barton die Röhrenjeans mit dem auffälligen,
doppelten Plus-Zeichen am hinteren Bein den Papparazzi in die
Kamera hielten, hat das Label Kultstatus. Direktoren und Co-Gründer
Dan Single und George Gorrow, die selber aussehen, als seien
sie eben noch mit ihrer Skater-Gang durch die Straßen
gezogen, geben ihrer Mode seit sechs Jahren eine lässige,
aber ausgeflippte Note. Musik, Kultur und Kunst möchte
das Label in seiner coolen Lifestyle Mode vereinigen. Zwischen
cool und Achtziger, Skaterlook und Rock’n‘Roll,
sind die meisten der Teile einzuordnen. Durch oft kontroverse
und manchmal provokative Models und Mode hat sich dieses australische
Label einen Namen gemacht. So sorgte auf der australischen Fashion
Show ´07 ihr dunkler Neo-Gruft Look für einen kleinen
Aufreger unter den sonst so relaxten Australiern. Der Name „Ksubi“
hat übrigens keine nähere Bedeutung, er soll laut
den Designern nur die Kreativität und Bewegung ihrer Kollektion
beschreiben.
Das Label „Zimmermann“ (www.zimmermannwear.com)
erfüllt das Mode-Klischee exzellent, denn was erwartet
man von einer sonnigen Insel mitten im Pazifik?- Genau, eben
sexy Badeanzüge und Bikinis. Die Schwestern Nicole und
Simone sind vor allem für ihre Bikini- Linie berühmt.
Bunt sind diese, sehr weiblich und besetzt von auffälligen
Mustern. 1991 gründeten die Australierinnen ihr Label,
welches mittlerweile auch über die Kontinent Grenze hinaus
bekannt ist. Mittlerweile entstehen auch sexy Unterwäsche
und Kleider, die alle durch Farben und Print den typischen Zimmermann-Look
verliehen bekommen, und schnell auf der Kleiderstange diesem
kreativen Mode-Duo zugeordnet werden können. Nicht nur
auf der australischen Fashion Week im April laufen Zimmermann
Models mit, auch auf der jährlich im Juni gefeierten Miami
Swim Fair in den USA präsentiert sich die Zimmermann Familie.
Showrooms des Labels gibt es mittlereile nicht nur in Sydney
und Melbourne, sondern auch in London und New York. Der „Sydney
Morning Herald“ beschreibt seine Vorzeige Australierinnen
wie folgt: “Wäre Sydney eine Person, wäre sie
braungebrannt, dreist und…würde einen Zimmermann
Bikini tragen, so gleichbedeutend ist das sonnige Label mit
dem australischen Style geworden.“ Die Kollektionen gibt
es in Europa, in den USA und im asiatischen Raum fast überall
zu kaufen. Von der Vogue, Glamour, Elle bis zur Marie Claire-
auch die internationalen Frauenzeitungen lassen es sich nicht
nehmen, ihre Supermodels mit den australischen Bade-Dreiecken
spärlich zu bedecken.
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Die folgenden Designer sind gängige
Namen Down Under und prägen den australischen Look.
Alanah Hill, Alice McCall, Akira, Alex Perry, Anna Thomas, Azzollini,
Camilla and Marc, Carla Zampatti, Collette Dinnigan, Fashionassasin,
Fleur Wood, Ginger&Smart, Jayson Brunsoon, Josh Goot, Kirrily
Johnston, LifewithBird, Lisa Ho, Lover, Maticevski, Milk&Honey,
Nevenka, Nicole Finetti, Scanlan & Theodore, Tina Kalivas,
Willow und Zambesi.
Die Designer Jayson Brunsdon, Tina Kalivas, Josh Goot, Toni
Maticevski und Jayson Brunsdon werden in Australien momentan
mit Lob überschüttet. Sie alle zeigen ihre Kollektionen
auch bereits auf der New Yorker Fashion Show und haben prominente
Fans. -Wie zum Beispiel Burlesque-Tänzerin Dita von Teese,
die Stargast auf der Fashion Week 2007 in Sydney war und bei
Jayson Brunsdon die wertvollen Goodies auf den Plätzen
der ersten Reihe abräumen konnte. Designerin Collette Dinnigan
ist bereits seit 1990 eine Modegröße. Mit ihrer aufwendigen
Abend- und Brautmode hat sie sich international einen Namen
gemacht. In Australien ist sie bereits ein Star, doch ihre weiblichen
Kleider findet man noch nicht so lange in den internationalen
Modezeitungen. Mitgespielt hat dabei sicherlich der Punkt, dass
sie Schauspielerin Kate Hudson ein Blumenkleid auf den hübschen
Körper schneidern durfte. Das Foto ging durch die Presse
und Frau Dinnigan braucht sich seitdem wahrscheinlich keine
Sorgen mehr um ihre Miete machen.
Alle Labels sind sowohl in den großen Einkaufshäusern
wie Meyers oder David Jones, online oder in ihren eigenen Boutiquen
zu finden.
Nadine Eggert
Photo Credit: Tourism Australia, Tina Kalivas
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