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Reisereportage Tasmanien - eine Serie der InfobahnAustralia in drei Teilen

Tasmaniens Ostküste hat neben einem spektakulären Nationalpark auch viele einmalige Wildlife-Erlebnisse zu bieten.

Azurblau – soweit das Auge reicht...

Es ist kurz nach sechs Uhr am Morgen. Das Meer liegt spiegelglatt vor mir, kaum eine Welle trifft auf den Strand. Das Wasser hat eine intensive blaue Farbe, wie ich es eher in der Karibik erwarten würde. Davon sind wir hier aber weit entfernt, an der Ostküste Tasmaniens, die eher mit einem recht wechselhaften, mitteleuropäischen Klima aufwartet... Lesen Sie mehr im Teil 1 der Serie

Teil 2 - Pinguine in Bicheno

Vom Freycinet National Park aus sind es rund 30 Minuten zurück nach Bicheno, einem beschaulichen Küstenort mit Hotels, Restaurants und deutlich mehr zu tun, als man es an einem Nachmittag schaffen kann. Ein winziges Aquarium begrüßt uns direkt am Hafen. Drei Dollar Eintritt zahlen wir pro Person, doch dafür treffen wir auf die „dickbäuchigen“ Seepferdchen der Region – die „potbellied seahorses“, die Riesenkrabben Tasmaniens und den kleinen, aber gefährlichen „Spiked Dog Shark“, ein „Mini“-Hai, der Tauchern mit seiner spitzen Flosse unangenehme Verletzungen zufügen kann. Bryan Hughes, der Inhaber des kleinen Aquariums verrät uns, wo wir auch die kleinen Pinguine sehen können, für die Bicheno so berühmt ist. „Wandert einfach an der Küste entlang und achtet auf Löcher mit weißen Flecken davor. Darin sitzen im Sommer die kleinen Pinguine und warten auf ihre Eltern oder die Mütter brüten auf ihren Eiern.“ Die Wanderung führt uns an der wilden Küste entlang bis zu einem „Blowhole“, einer Felsspalte, durch die das Wasser emporschießt, wenn eine große Welle auf die Felsen prallt. Zwischen dem Gekreische von Kindern und Touristen, die sich in der Gischt baden, entdecke ich tatsächlich die ersten Pinguinnester. Und da sitzen sie... Ein kleines noch dunkelgefärbtes Baby und gleich nebendran in einer zweiten Höhle, eine Mutter auf ihren Eiern. Am besten sind die Tiere übrigens am Abend zu beobachten, wenn die Familienmitglieder von einem Tag des Jagens mit Futter im Schnabel nach Hause kommen und in Scharen vom Meer aus an die Küste watscheln. Ideal ist es, sich einer Tour anzuschließen. Wer aber lieber auf eigene Faust beobachtet, der sollte nie vergessen: Licht aus und Ruhe – die Tiere sollten unter keinen Umständen gestört werden. Auch Fotos mit Blitz sind verboten!

Die Pinguine sind eine der wenigen Tierarten, die durch den Tourismus gewonnen haben. Sie waren – gerade in Bicheno – vom Aussterben bedroht. Wilde Katzen und Hunde hatten ihre Zahlen von mehreren Hundert auf 40 reduziert, bis zwei Freunde – Male, der Landschaftsgärtner und Wardlaw, der Musiklehrer, beschlossen, dem ein Ende zu setzen. Sie gingen auf die Jagd nach den Wildkatzen und –hunden. Das war 1992. Heute kommen – je nach Saison - wieder rund 600 Pinguine jeden Abend an die Küste von Bicheno. Male und Wardlaw haben aus ihrem Tierschutz-Engagement inzwischen ein Geschäft gemacht. Sie bieten die beliebten Pinguintouren der Region an.

Am Abend liegt das Meer immer noch spiegelglatt vor uns, als wir wieder zu unserem Cottage zurückkehren. Unser Skorpion, den wir nach dem nächtlichen Schreck am Morgen wieder in die Freiheit entlassen hatten, ist nirgendwo mehr zu sehen. Wir wühlen unsere Füße in den Sand und unsere Tochter baut eine Burg aus Tang. Sie stört der strenge Geruch nicht. Und wir schauen in die Ferne: azurblau soweit das Auge reicht.


ALLGEMEIN
Informationen über Tasmaniens Freycinet Coast gibt es auf der Webseite der Freycinet Coast Tourism Association:
http://www.freycinetcoast.com.au/

ANREISE
Qantas, Jetstar und Virgin Blue fliegen von Melbourne und teilweise auch direkt von Sydney, Brisbane und Adelaide nach Tasmanien. Auch die asiatische Billigfluglinie Tiger Airways bietet seit neuestem Flüge von Melbourne aus an und drückt die Preise damit. Die Flugziele der Airlines auf Tasmanien sind Hobart oder Launceston. Von Melbourne aus gibt es auch eine tägliche Fähre – die Spirit of Tasmania, die in Devonport im Norden der Insel ankommt:
http://www.spiritoftasmania.com.au/
Von Hobart und Launceston aus fährt man circa 2 bis 2,5 Stunden mit dem Auto bis zur Freycinet Coast.

UNTERKUNFT
Piermont Retreat, Inhaber und Manager sind die deutschstämmige Marie von Haniel und ihr argentinischer Mann Juan Maiz Casas. Lage: drei Kilometer südlich von Swansea, Tasman Highway, Tel: +61 (0) 3 6257 8131, spanisch angehauchtes Flair mit Steinhütten und Agaven.
http://www.piermont.com.au

Freycinet Lodge, direkt im Nationalpark gelegen, zehn Minuten von Coles Bay entfernt.
Tel: +61 (0) 3 6225 7000
http://www.freycinetlodge.com.au/

VERPFLEGUNG
Viele der Resorts und Lodges haben auch ein eigenes Restaurant. Ansonsten gibt es in Swansea zwei überregional bekannte Lokale:
The Banc, Ecke Franklin und Maria Street, Swansea, Tel: +61 (0) 3 62578896, http://www.thebancrestaurant.com.au/
Ebb Restaurant, 11 Franklin Street, Swansea, Tel: + 61 (0) 3 62578 088

AKTIVITÄTEN
Bicheno Penguin Tours
Town Centre, Tasman Highway, Bicheno, Tel: +61 (0) 3 63751333
http://www.bichenopenguintours.com.au – die Touren finden am Abend statt, wenn die Pinguine nach einem Tag auf See in ihre Nester zurückkehren.

Ausflüge nach Maria Island
Von Triabunna aus fährt täglich zwischen 9 und 16 Uhr eine Fähre. http://www.seawingsecotours.com.au. Die kleine Insel ist historisch und auch landschaftlich interessant. Es gibt jedoch keine Geschäfte, das heißt Verpflegung muss aus Triabunna mitgebracht werden. Übernachtungen müssen angemeldet werden unter Tel: +61 (0) 3 62571420.