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Sydney

„Australiens Wahrzeichen im Wandel“

Wer an Sydney denkt, denkt an die Oper und die Harbour Bridge. Sie sind die unübertroffenen Wahrzeichen dieser Stadt.

Doch vor allem die Oper wurde nicht immer so in Ehren gehalten wie heute.
Ihr Schöpfer, der dänische Architekt Jørn Utzon, hatte 1966 vor den Trümmern seiner Karriere gestanden, die Oper nur halb vollendet, als er Australien verließ oder fast schon verlassen mußte. Verschwendung und zu viele Verzögerungen hatte ihm die damalige australische Regierung vorgeworfen und seine Kündigung nur liebend gerne angenommen…
Gerade den Innenausbau vollendeten andere, nach eigenen Ideen, die Ratschläge des Meisterarchitekten vernachlässigend.
Doch heute fast vierzig Jahre später reicht eine andere australische Regierung ihm nun wieder die Hand - dem Vater des achten Weltwunders, wie die Oper heute von vielen genannt wird. 70 Millionen australische Dollar ist der Regierung diese Versöhnungsgeste wert, die die Oper gemäß den Designprinzipien Utzons momentan umgestaltet.
Utzon ist begeistert. Er will vollenden, was er einst begonnen hat, als sein Entwurf den internationalen Designwettbewerb für die Oper gewann: aus insgesamt 233 Einsendungen. Zwar wird er nach wie vor nicht nach Australien kommen – er, der die Oper selbst nie in fertigem Zustand betreten hat. Doch er will wieder an ihr arbeiten, er habe dieses Gebäude wie eine Symphonie in seinem Kopf, sagt er.
Federführend ist heute sein Sohn Jan, der zusammen mit dem australischen Architekten Richard Johnson, die Wünsche des Vaters zur Vollendung bringt: der Operngraben wird umgebaut, das Auditorium verändert, die Akustik verbessert, der Zugang durch Rolltreppen erleichtert und das westliche Areal geöffnet. So soll die Symmetrie des Gebäudes besser zur Geltung kommen und auch das Wasser, das im Inneren des Gebäudes keine Rolle mehr zu spielen scheint und das Gebäude von außen aber mitbestimmt. Für den Vater ist es so etwas wie die Bestätigung seines Lebenswerkes, für den Sohn ein Auftrag, wie er ihn sich nur wünschen konnte…

Das zweite Großbauwerk der Stadt und eines der gigantischsten Bauwerke der Neuzeit ist die Harbour Bridge. Sie ist die größte (wenn auch nicht die längste) Stahlbogen-Brücke der Erde – über 70 Jahre alt und Knotenpunkt der australischen Metropole, der Nord- und Südteil der Stadt verbindet. Und die altehrwürdige Brücke wird heute mehr als je zuvor beansprucht. Ursprünglich war sie einst für 6000 Pkws pro Stunde gebaut, doch heute sind es zu Spitzenzeiten oft mehr als 15000. Und neben Autos und Bussen wird die Brücke auch für den Zugverkehr genutzt. Die Belastung ist enorm, und das feucht-heiße Klima Sydneys tut ein Übriges, um den Stahl der Brücke anzugreifen. Deshalb ist die Brücke auch quasi ein Unternehmen für sich und hat allein 70 festangestellte Mitarbeiter: täglich muss die Sicherheit des 52000 Tonnen Koloss überwacht werden, täglich wird an der Brücke repariert und gebastelt, täglich wird ein weiteres Teilstück gestrichen. Manche Bereiche häufiger, da sie zum Beispiel Wind und Regen mehr ausgesetzt sind als andere. Trotzdem schätzt man, dass die Brücke im Laufe der Jahre bereits viermal komplett gestrichen worden ist – ein ungeheures Zusatzgewicht! In den 30er Jahren, als die Brücke gebaut worden war, hatte man übrigens noch hochgiftige Bleifarbe verwendet. Heute dagegen ist eine extra Farbe nur für die Sydney Harbour Bridge entwickelt worden…

Die echten Sydneysider haben eine ganz spezielle Beziehung zu “ihrer“ Oper und zu “ihrer“ Brücke entwickelt. Und gerade bei letzterer stimmen die Klischees aus den Reiseführern wirklich – man lebt entweder diesseits oder jenseits der Harbour Bridge – und ist besonders stolz auf “seine“ Seite sowie das so geschichtsträchtige Verbindungsstück dazwischen…

Sydney Harbour Bridge:
Die Brücke kann von Besuchern bestiegen werden. Der berühmte Bridge Climb dauert rund dreieinhalb Stunden und kann zu den verschiedensten Tageszeiten angetreten werden.

Tel: 0061 (0)2 8274 7777, Fax: 0061 (0)2 9240 1122
e-Mail: admin@bridgeclimb.com
http://www.bridgeclimb.com

Ebenfalls interessant ist das Museum im Pylon der Brücke, wo der Bau und die Geschichte der Harbour Bridge geschildert werden. Und auch von hier aus ist der Ausblick über den Sydney Harbour nicht schlecht!

Sydney Opera House:
Wer sich keine der vielgerühmten Vorstellungen am Abend anschauen möchte, der kann sich einer Führung durch die Oper anschließen und so einen Blick auf die drei Hauptteile des Gebäudes werfen: auf Opera Theatre, Concert Hall und das Bennelong Restaurant.
Buchungen über: tourism@sydneyoperahouse.com
http://www.soh.nsw.gov.au


Text: © Barbara Barkhausen