Der Norden Queenslands - „Lay
back“ pur!
Cairns mitten am Tag, mitten in der Woche...
sechs Männer, jüngere wie ältere –
bunt gemischt – stehen am Bootspier und begutachten
den Fischfang des Tages... Neben einem Bier wird einem
gleich auch noch ein ganzer Barramundi angeboten (ein
äußerst leckerer australischer Fisch).
Die Busse in Cairns heißen passend zur relaxten
Lebenseinstellung “Sonnenbusse“ und sind
voll von Aborigines, weißen Australiern und Urlaubern
aus allen Herren Ländern.
Ein buntes Gemisch, eine mehr als relaxte Atmosphäre
– all das ist Cairns.
Urlaubsmetropole
pur oder Australiens Mallorca-Ersatz?
Jede einzelne Ecke in Cairns ist vermarktet und wird
touristisch bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet.
Verkaufsstände, Andenkenläden, Cafes ... und
eine Menge an Abzocke findet statt. So kann man zum
Beispiel für schlappe 30 $ (1 Aus$ = 55 EuroCent)
mit einer Seilbahn über den Regenwald fahren. Endstation
ist ein kleiner Ort namens Kuranda, der scheinbar nur
aus Souvenirläden zu bestehen scheint. Will man
dann wieder zurück, muss man entweder eine gebuchte
Bustour haben, wieder 30 $ zahlen oder eine Zugfahrt
für einen ähnlichen Preis antreten. Und der
Zug kommt nicht da an, wo man ursprünglich sein
Auto geparkt hat…
Doch
Cairns ist trotz allem eine Reise wert und vielleicht
sogar eines der reizvollsten Ziele des fünften
Kontinents – sein Umland führt unwiderstehlich
zur Liebe auf den zweiten Blick!
Das Great Barrier Reef, der Daintree-Regenwald,
die Atherton-Tablelands (das Hinterland von Cairns),
die Quadratkilometer großen Zuckerrohrfelder –
sie sind einfach so anders als alles, was man aus Europa
kennt. Hier gibt es zahme Wallabies, gewaltige Pythons,
tausende und abertausende bunte Fische und sogar die
schwierig zu spottenden Schnabeltiere.
Great Barrier Reef
Vorsicht vor den Massentouren mancher günstiger
Veranstalter. Es macht bestimmt niemandem Spaß
mit vierzig anderen zu schnorcheln. Besonders nett sind
Segeltouren, bei denen man noch über Nacht bleibt
oder die auch die Inseln vor Cairns besuchen.
Das Great Barrier Reef ist das weitläufigste Korallenriffsystem
der Erde und erstreckt sich über 2000 Kilometer.
Es ist entgegen seines Namens keine zusammenhängende
Barriere, sondern besteht aus fast 3000 Einzelriffen!
Atherton
Tablelands
Das Hinterland von Cairns ist nicht nur einen Tagesausflug
wert. In dem romantischen Dörfchen Yungaburra können
Sie zum Beispiel Schnabeltiere bei einer kurzen Wanderung
von Peterson Creek aus beobachten (früh am Morgen
oder in der Dämmerung – unbedingt dem Wanderpfad
unter der Brücke folgen und nicht nur auf der Plattform
bleiben!). Oder sich von Nick (der gerne von seinem
bayerischen Großvater berichtet) das Opalschneiden
erklären lassen (“The Gem Gallery, 44 Eacham
Rd.). Yungaburra ist aber auch ein guter Startpunkt,
um den berühmten Curtain Fig Tree zu besuchen –
ein überdimensionaler Regenwaldparasit, der eigentlich
unbeliebt ist, da er wertvolle andere Bäume im
wahrsten Sinne des Wortes „erwürgt“.
Ebenfalls interessant sind die unzähligen Wasserfälle
der Region, die Kraterseen Lake Barrine und Lake Eacham
(mit winzigen rattenähnlichen Kängurus und
riesigen Pythons). Und wer einer kleinen Abzweigung
zwischen Atherton und Mareeba in Richtung Granite Gorge
folgt, kommt in eine idyllische Felsenlandschaft mit
unzähligen zahmen Rockwallabies. Das Füttern
mit Haferflocken ist erlaubt und ein Riesenspaß!
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Daintree River
Nördlich von Cairns werden die Dörfer immer
kleiner und die Natur immer wilder. Ursprüngliche
Regenwaldwanderungen (auch von Aborigines geführte)
können in der Mossman Gorge unternommen werden.
Hervorragende Krokodiltouren auf dem Daintree bietet
der
erste Veranstalter auf der rechten Seite, wenn man in
Richtung Daintree Village abbiegt. Die Guides zeigen
einem Babykrokodile, grüne Baumschlangen, Pythons
und Eisvögel, die eigentlich mehr als perfekt getarnt
sind!
Aufregend ist auch die Fährfahrt über den
Daintree und die anschließende Fahrt durch den
Dschungel bis nach Cape Tribulation, wo einen ein traumhafter
Strand erwartet!
Wer einen Geländewagen mietet, der kann sogar noch
weiter bis in den ganz einsamen und entlegenen Norden
fahren und Cooktown und Cape York besuchen! (Soll traumhaft
sein, muss aber gut geplant werden!)
Aboriginalkultur
Sicher nicht untouristisch – aber zumindest ein
bisschen ein Einblick in die Kultur der australischen
Ureinwohner: das gewährt das kulturelle Zentrum
Tjapukai etwas außerhalb von Cairns (Smithfield).
Es zeigt traditionelle Tänze, Boomerang und Speerwerfen,
erklärt das Didgeridoospielen und gibt Einblick
in “Bushtucker“: Was im Regenwald oder im
Outback gegessen werden kann, was eine medizinische
Bedeutung hat, was hochgiftig ist…
Zurück nach
Cairns:
Sogar “Ballermann“-Cairns hat noch seine
Highlights, wenn man genauer hinsieht: eine Mangrovenlandschaft,
Regenwald mitten in der Stadt, viele schöne Queenslandhäuser,
die auf Stelzen stehen, und einen wirklich erwähnenswerten
Baum voller Papageien direkt auf dem Marktplatz.
© Barbara Barkhausen