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Northern Territory: Darwin – Kakadu National Park – Katherine

Gateway nach Asien

Seit Anfang 2004 kommt in Darwin ein Zug mit einem seltsamen Namen an: der Ghan. Er ist nicht irgendein Zug, vielmehr ist er eine Legende, ein Traum, der nach 75 Jahren endlich Wirklichkeit wurde. Der Ghan verbindet den Süden (Adelaide) mit dem Norden (Darwin) Australiens. Bisher waren immer nur Adelaide und Alice Springs per Zug verbunden gewesen.

Wer nun am Ende dieser langen Bahnfahrt im feucht-heißen Darwin ankommt, der ist in einer anderen Welt. Darwin ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Am berühmten Mindil Beach Sunset Market zum Beispiel vermischen sich Nationalitäten und soziale Schichten. Da riecht es nach Räucherstäbchen, indischen Currys und überreifen Mangos.
Darwin ist die tropische Hauptstadt des Nordens. Es steht für ganzjährige warme bzw. heiße Temperaturen, ist ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in den Kakadu oder Litchfield National Park und hat eine bewegte Vergangenheit.

Exkurs: Geschichte

1869 gegründet, explodierten seine Bevölkerungszahlen, als zwei Jahre später Gold im nahen Pine Creek gefunden wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwin als Militärbasis im Kampf gegen die Japaner genutzt und 1974 zerstörte der Zyklon Tracy die Stadt weitgehend. Letzteres Ereignis ist im Museum und der Art Gallery des Northern Territory gut dokumentiert.

Seine vielfältige Vergangenheit und seine Bedeutung als nördlichster Hafen Australiens und Gateway nach Asien tragen zur kulturellen Vielfalt Darwins bei. Seine nur 100000 Einwohner kommen aus über 50 verschiedenen Ländern. Darwin selbst und seine gesamte Umgebung (vor allem Arnhem Land, für dessen Besuch man eine Erlaubnis braucht!) sind auch stark durch die Kultur der Aborigines geprägt, der Ureinwohner Australiens. Dies macht die „Stadt des Nordens“ auch zu einem idealen Ort, um den Spuren der „Traumzeit“ zu folgen und mehr über die Kultur der Aborigines zu lernen.

Nur 250 Kilometer von Darwin entfernt befindet sich der weltberühmte Kakadu National Park. Üppige Feuchtgebiete, tiefe Schluchten, Wasserfälle und beeindruckende Felsenmalereien der Ureinwohner machen den Park zu einem Muss für einen Besucher des Northern Territorys. Leider ist der Park, der zum Weltkulturerbe ernannt wurde, durch die Ausbreitung der giftigen Agarkröte (Cane Toad) extrem gefährdet. Die Kröte wurde einst 1935 nach Australien eingeführt, um Ungeziefer in den Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen und breitete sich dann unkontrolliert aus. Ein fataler Fehler!

Die Wasserstellen im Kakadu Nationalpark sind über Kanäle teilweise mit dem Meer verbunden und beherbergen deswegen nicht nur die recht harmlosen Süßwasserkrokodile, sondern auch die gefährlichen Salzwasserkrokodile. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Menschen. Im Oktober 2002 ist zum Beispiel eine junge Deutsche am Sandy Billabong von einem vier Meter langen Krokodil angefallen und getötet worden.

Exkurs: Salzwasserkrokodile

Vier Meter ist die „kritische“ Grenze, ab der Krokodile extrem gefährlich sind und man kaum eine Chance hat zu überleben. Krokodile beißen zu und ertränken ihr Opfer dann mit der berüchtigten Todesrolle. Auch wer einen Krokodilbiss überlebt, muss sofort ins Krankenhaus, da schlimme Infektionen über die Bakterien in den Zähnen übertragen werden.
Krokodile sind dabei aber auch faszinierende Lebewesen. Sie sind wahre Jagdmaschinen und ihre Form und ihr Verhalten hat sich in den vergangenen 240 Millionen Jahren kaum verändert (nur Schildkröten können dies noch von sich behaupten).

Der Tipp zum Schluss:
Rund 320 Kilometer südlich von Darwin lohnt auch der Besuch des Örtchens Katherine und der beeindruckenden Sandstein-Schlucht (Katherine Gorge) im Nitmiluk National Park.

© Barbara Barkhausen

 

 
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