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Luxusurlaub in Neuseeland

Luxus ist was Schönes...

Eine Reise durch Neuseeland führt mich in die luxuriösesten Hotels der Südinsel. Und während mich Naturschönheiten und Einsamkeit umgeben, diskutiere ich mit meinen Mitreisenden beim Sekt, welches der Luxushotels nun das Beste ist. Ganz schön dekadent, nicht wahr?

Station 1: Eine Nacht haben wir in der Otahuna Lodge geplant, 20 Minuten von Christchurch entfernt auf der Südinsel Neuseelands. Miles Refo und Hall Cannon - so heißt unser Begrüßungskomitee, das schon vor dem Hotel auf uns wartet - besitzen das exklusive Hotel (Baujahr 1895) erst seit Mitte 2006. Die beiden Amerikaner haben das historische Haus aufwändig renoviert und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Doch davon später mehr... Betreten Sie erst einmal mit mir das Hotel... In der Eingangshalle beeindruckt dunkelbraunes, poliertes Holz. Eine Treppe führt mit 180-Grad-Wende nach oben, ein Gemälde von einem Maori (es ist Rewi Maniapoto, legendärer Kriegsheld und ehemaliger Häuptling der Ngati Maniapoto) hängt über der Rezeption. Aber die Rezeption ist eher ein warmer Handschlag, Blickkontakt und freundliche Worte. Im Haus gibt es zwei Master

Suites. Ich übernachte nebenan in der Polo Suite. Darin sammeln sich sorgsam plaziertes Reitzeug und eingerahmte Schwarz-weiß-Fotos von Turnieren alter Zeiten wie in einem Club-Museum, und eine weiße Wanne steht mitten im Badezimmer, das so groß ist wie in anderen Hotels ein Zimmer an sich. Die Ruhe entspannt, aber bald gibt’s schon Pre-Dinner-Drinks im Kaminzimmer. Beim späteren Abendessen sitzen wir alle an der Holztafel auf bequemen Stühlen und genießen Karottensuppe (mit Gemüse aus dem Garten), Lachs-Ravioli mit Safran-Sauce, Canterbury Lamm mit Salat, Otahuna Obstkuchen und Käsesorten. Dazu gibt’s Gewürztraminer, Waipara Chardonnay, Central Otago Pinot Noir, Waipara Chardonnay, Portwein und Kaffee oder Tee. Beim Schlemmen unterhalten Miles und ich uns über Gott und die Welt. Auch über die Idee mit dem Luxushotel. Miles und Hall kommen eigentlich aus Amerika, hatten sieben Jahre in New York im Verlagswesen und im Immobiliengeschäft gearbeitet, bis sie irgendwann beschlossen, ihren Traum zu verwirklichen, ein Hotel im Ausland zu gestalten. Gesagt, getan. Sie reisten herum, fanden das Haus, unterschrieben und renovierten das Haus gezielt in

vier Monaten für gut neun Millionen neuseeländische Dollar (ca. 4.4 Millionen Euro). Trotz allen Luxus ist es ihnen wichtig, die „Locals“, also die Ansässigen, in ihr Projekt mit einzubeziehen. Miles sagt: „Erst schauen wir, ob es in Otahuna Leute gibt, die die Arbeit machen können, dann in Christchurch, dann auf der Südinsel, dann in ganz Neuseeland usw.“ Sie sitzen nun da mit einem Prachthaus, machen Werbung und warten auf Besuch.

Station 2: Wir fragen uns, ob dies die beste Unterkunft ist – oder vielleicht doch die Grassmere Lodge. Auch in der Canterbury Region hat man dort die Weite: die Aussicht über frische Wiesen und klare Berge im Hintergrund. Die Lodge an sich liegt im Schoß einer Berggruppe. Da gibt es viel Rotwild, das nachts röhrt (Brunftzeit). Man kann sogar Rehe streicheln, sowie Schafe und Pferde. Das Ausreiten den Hang hoch ist herrlich. Wie im Western. Heather Harrington mit dem langen grauen Pferdeschwanz betreut die Tiere nach der Natural Horsemanship Art, das heißt sie wurden nicht durch Schmerzen zur Disziplin gebracht. Außerdem erklärt sie uns das Gemüt eines Pferdes, was das Reiten erleichtert. Auch hier tut die Ruhe gut und der kostenlose Portwein, der im Zimmer steht. Wir gehen eine Runde übers Gelände und sehen, dass es im historischen Haupthaus eine urgemütliche Bar mit vielen alten aufgereihten Flaschen (meist Whisky) oben an den Wänden gibt, einen großen Kamin und wir genießen ein feines Abendessen mit Weinen aus dem prallen Weinkeller, der neben dem geheizten Pool liegt. Am nächsten Tag gehen wir spazieren. Herrlich. Die meist schmalen Pfade zum Helikopter Hill hoch (1256m) führen durch den Wald voller Birken, Moos und Pilzen. Der gesamte Rundgang dauert etwa zwei Stunden. Oben genießen wir die Aussicht über die Täler, Berge und Wolken rundherum.

Station 3: Oder ist die beste Unterkunft doch die Holmes Station, wo wir selber kochen? Hier fühlen wir uns wie zu Hause, nachdem uns der Manager einfach die Schlüssel fürs gesamte Gebäude mit zehn Schlafzimmern übergibt. In der Otahuna Lodge dachte ich: „So schlafen Präsidenten“, als ich mich ins Bett mit den weichen Bezügen legte, in der Grassmere Lodge freute ich mich über das kleine beige Schaffell (man fühlt es als Erstes und Letztes des Tages weich an den Füßen), welches mir jemand vors Bett gelegt hatte, während ich zu Abend aß. Hier in Holmes genieße ich das Schlendern durch den Garten und zähle die 18 Kamine im Haus. Einen haben wir an, dessen prasselndes Feuer einfach beruhigend ist. Das Leben kann ja so schön sein... und welches war nun der beste Stopp? Ach was, probieren Sie alle - wenn es die Reisekasse denn zuläßt.

Sonja Goernitz

Otahuna Lodge: http://www.otahuna.co.nz/Home
Grassmere Lodge: http://www.grasmere.co.nz/
Holme Station: http://www.holmestation.co.nz/
Christchurch & Canterbury Tourism: http://www.christchurchnz.com

Sonja Goernitz: http://www.sonjagoernitz.com

Photo Credit: Sonja Goernitz

Sonja K. Görnitz ist Autorin und Journalistin aus Hamburg mit Basis in Sydney. Exklusiv für die Infobahn Australia machte sie eine 12-tägige Neuseelandtour mit, die von Christchurch & Canterbury Tourism für Journalisten organisiert wurde.