Auckland hat nur etwa 1,3 Millionen
Einwohner, ist aber weltweit eine der Städte
mit der größten Fläche und Ausdehnung.
Deshalb trügt auch der Schein, den Postkarten
einem von Auckland vorgaukeln. Die Stadt ist weitaus
mehr als nur City mit Hochhäusern. Viele Besucher
sind erstaunt, sobald sie mit dem Auto durch die eigentlichen
Wohngebiete der Stadt fahren. Denn hier prägen
Einfamilienhäuser oder sogenannte Units (zusammen
gebaute Bungalows) das Stadtbild. Und fast jedes Haus
hat einen Flecken Grün drum herum! Das ist es
auch, warum die Gesamtfläche der Stadt auf eine
unglaubliche Größe von über 1000 Quadratkilometern
angewachsen ist.
Über- und
Ausblicke
Um sich ein wenig orientieren zu können, sollten
die Reisenden für einen ersten Überblick,
der nebenbei ganz kostenlos ist, auf den „Mount
Eden“ im gleichnamigen Stadtteil fahren.
Der Vulkan ist mit 196 Metern der Höchste der
Landenge um die Millionenmetropole und eines der bekanntesten
Wahrzeichen Aucklands. Er entstand vor etwa 20.000
bis 30.000 Jahren. Von hier aus hat man einen großartigen
Panoramablick auf die City, die verschiedenen Stadtteile
und den Waitemata Harbour. Jetzt wird einem erst richtig
bewusst, dass die Stadt auf einem aktiven Vulkanfeld
gebaut ist und ein richtiger „Hotspot“
ist! Wer möchte, kann in etwa zehn Minuten in
den alten, mit Gras bewachsenen Krater hinein laufen.
Übrigens: viele der in Auckland City verbauten
Bordsteinkanten stammen aus dem bis 1910 existierenden
Steinbruch hier am Mount Eden. Dort wurde die Basaltlava
der letzten Ausbrüche geschürft.
City of Sails
- das Downtown-Leben für Stadtfans
Wer sich an der „Waterfront“
befindet oder über die Harbour Bridge Richtung
Zentrum fährt und dabei die Skyline Aucklands
bewundert, bemerkt ganz schnell, woher die Stadt ihren
Namen „City of Sails“ hat. Angeblich soll
es sogar mehr Segelyachten als Einwohner geben und
beim Blick in den Westhaven Marina Harbour könnte
man dies auch durchaus für möglich halten.
Die Innenstadt Aucklands liegt direkt
am Hauraki Gulf und das 1912 erbaute „Ferry
Building“ steht heute direkt neben den Hochhäusern.
Unmittelbar westlich vom Fährgebäude befindet
sich das Viaduct Basin, in dem 2000 und 2003 der berühmte
„America’s Cup“ (internationales
Segelrennen) stattfand. Hier steht auch noch das Dorf
der Sportler, das America’s Cup Village.
Ein absolutes Muss für jeden Shopping-Fan
ist es, bei einem Besuch Aucklands auch einen Einkaufsbummel
in Auckland City einzulegen. Hier pilgert jeder die
berühmte, wenn auch nicht besonders lange „Queen
Street“ auf und ab. Wenn man deutsche
Bummelmeilen mit schöner Fußgängerzone
gewohnt ist, fehlt einem zunächst dieses Flair,
aber die Vielzahl der Geschäfte und Nationalitäten
der Besucher macht einiges wieder wett. Man kann hier
wirklich alles zu Fuß erreichen.
Besondere Highlights sind die Surfshops und Outdoor-Stores
für coole Klamotten und um den Camping-Trip durch
Neuseeland noch komfortabler zu gestalten. Denn was
Trekking und Campen angeht, da kennen sich die Kiwis
wirklich aus. Imbissgelegenheiten für den kleinen
Hunger zwischendurch bieten sich an jeder Ecke und
ob indisch, asiatisch oder Fast Food – jeder
kommt auf seinen Geschmack.
Was jeder Auckland-Reisende auf keinen
Fall verpassen sollte, ist ein Besuch des Skytowers
in der City. Der erst 1997 eröffnete Fernsehturm
ist mit seinen 328 Metern (etwa 37 Busse aneinander
gereiht) das höchste Gebäude der südlichen
Hemisphäre, sogar höher als der AMP Tower
in Sydney oder der Eiffelturm in Paris. Die untere
Aussichtsplattform hat in den Fußboden integrierte
Panzerglasscheiben. Man steht quasi auf Glas und sieht
unter seinen Füßen den Verkehr vorbeirauschen
– echt abgefahren und für nicht schwindelfreie
Besucher eine echte Überwindung drüber zu
laufen. Eine noch größere Attraktion ist
allerdings der Sky Jump. An Drahtseilen geführt
kann man einen Base Jump von der obersten Aussichtsplattform
aus machen – das heißt im Klartext, man
kann sich wie beim Bungeespringen hinunterstürzen.
Die Geschichte
Aucklands
Die Landenge, in der Auckland heute liegt, wurde vermutlich
im 14. Jahrhundert erstmals von Maori (sog. Ureinwohner
Neuseelands, polynesischer Abstammung) des Stammes
Ngati Whatua besiedelt. Die Gegend war jedoch nach
Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen weitestgehend
unbewohnt, als um 1830 die ersten Europäer die
Gegend besuchten und besiedelten.
Die Stadt wurde nach Lord Auckland, dem Kommandanten
des ersten neuseeländischen Gouverneurs benannt.
1840 löste Auckland das heutige Russel als Hauptstadt
Neuseelands ab, nachdem der erste Gouverneur einen
zentralen Ort für die Verwaltung von Aotearoa
suchte. Nur 25 Jahre später rang Wellington dann
als wirkliches Zentrum zwischen Nord- und Südinsel
Auckland den Titel als Hauptstadt wieder ab.
Der persönliche Tipp unserer
Neuseeland-Korrespondentin Anja Schönborn:
Um einen Tag in Auckland ausklingen
zu lassen, würde ich, je nach Geschmack, zwei
Varianten vorschlagen. Vorschlag eins für Reisende,
die es eher loungig mögen: der Mexikaner schräg
gegenüber des Skytowers. Dort gibt es gutes Essen
und leckere Cocktails. Variante zwei für Romantiker:
ein Abendessen in einem der kleinen, gemütlichen
Lokale in der Princes Wharf von Auckland hinter dem
Hilton-Hotel - mit Blick auf die Harbour Bridge. Dort
kann man von ganz teuer bis ganz billig essen und
hat die Wahl zwischen italienisch, indisch, asiatisch,
Kiwi-Style und auch europäischer Küche.
Das ganz besondere an Auckland ist
für mich übrigens, dass man wirklich in
einer halben Stunde ganz verschiedene Ausflugsziele
erreicht: egal ob Shopping in der City, Bootsfahrt
zu einer der 50 Inseln, Wandern im Urwald, die tolle
Aussicht auf einem der Vulkane genießen, Picknicken
und Baden an wilden Surfstränden oder in die
Natur- und Tieridylle Neuseelands schnuppern –
Auckland bietet alles, zum Handgreifen nah.
Anja Schönborn ist Anfang 2006 mit Mann und Zwillingen
nach Auckland ausgewandert. Sie ist Print- und TV-Journalistin
und berichtet exklusiv für die InfobahnAustralia
aus Neuseeland.