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Ein Jahr Working Holiday Down Under

Hirngespinnste?

Die Idee entstand ziemlich genau ein Jahr im Voraus. “Wenn ich mein Studium beendet habe, will ich unbedingt für einige Zeit in ein Englischsprachiges Land”, höre ich mich noch jetzt zu meiner besten Freundin Anna sagen. Diese war sofort Feuer und Flamme: “Ja cool, lass uns mal zusammen gehen!” Aber wohin? In die USA zog es uns irgendwie nicht. Nach England? Da regnet’s immer nur. Nach kurzer Zeit stand das Ziel fest: Wir wollen nach Australien!

Meine Familie und Freunde hielten die Idee lange für ein Hirngespinnst, doch als das Ende meines Studiums immer näher rückte und ich immer noch nicht davon abzubringen war, nahmen sie mich endlich Ernst.

Aber was machen in Australien? Immerhin hatte ich eine abgeschlossene Ausbildung und wollte nicht ein Jahr sinnlos herumdümpeln. Der Lebenslauf musste aufgepeppt werden, denn der Jobmarkt in Deutschland sieht ja leider nicht sehr rosig aus. Kurze Recherche im Internet und unter Bekannten: Der beste und wohl auch einzige Weg, einige Zeit in Australien arbeiten zu können, ist das Working Holiday Visum. Das zu beantragen war sehr viel leichter als erwartet. Einfach ab ins Internet (www.ecom.immi.gov.au/visas) und wenige Minuten später hatte ich die elektronische Bestätigung. Der erste Schritt in Richtung Down Under war getan.

Als dann auch der Flug gebucht und die Wohnung in Hamburg gekündigt war, blieben noch das Jobproblem und die Unterkunftsfrage. Letzteres hatte sich dann aber auch schnell geklärt. Wie der Zufall so will, leben Bekannte von Annas Eltern seit 40 Jahren hier und boten uns an, uns die erste Zeit zu beherbergen.

In Sachen Job stellte sich das ganze als sehr viel schwieriger heraus. Etliche Bewerbungen wurden entweder gar nicht oder weniger zufriedenstellend beantwortet. Aber egal, oder “no worries” wie der Australier sagt. Das kriegen wir schon hin!

Das Abenteuer kann beginnen

22. Februar 2006. Nach zwei Tagen Reise betreten wir endlich Australischen Boden - Zum ersten Mal in unserem Leben.
Glücklicherweise läuft alles ohne Probleme. Unser Gepäck können wir uns sofort angeln und wenig später kriegen wir das Visum in den Pass geklebt. Ein Jahr Down Under. Das Abenteuer kann beginnen!

Vor der Tür des Flughafens erwartet uns schon Herr Ohff, der Bekannte von Annas Eltern, und nimmt sofort unsere monströsen Koffer in Empfang. Gut für uns, schlecht für ihn. Die Dinger sind super schwer und er kann nicht fassen, dass das unser Ernst sein soll. Aber jedes Teil ist sorgfältig geplant, schliesslich sind wir ja nicht einfach nur zum Urlaub machen hier.

Als wir ins Freie treten, schlägt uns warme Luft entgegen. Endlich nach dem kalten Winter zu Hause in Deutschland. Bis wir eine eigene Unterkunft gefunden haben, können wir bei den Ohffs in Mosman wohnen. Leider ist es schon dunkel und wir nehmen auf der Fahrt dorthin nicht viel von der Umgebung wahr. Ausserdem macht sich so langsam der Jetlag bemerkbar…


Die erste Zeit in Sydney

23. Februar, 8 Uhr morgens. Was ist das bitte für ein Lärm? Es klingt wie Kindergeschrei. Oder doch Gegacker? Ich ziehe die Jalousien hoch und sehe einen Haufen bunter Papageien, die wild durcheinander fliegen. Erst jetzt fange ich langsam an, es zu realisieren: Ich bin in Australien!

Von der Terrasse der Ohffs aus hat man einen traumhaften Blick über die Mosman Bay. Blaues Wasser, Segelschiffe und dahinter ein Teil der Skyline von Sydney. Die Papageien heizen über unsere Köpfe hinweg und es herrschen schon morgens um diese Zeit sommerliche Temperaturen.
Schnell wird das Frühstück runtergeschlungen, denn wir wollen keine Zeit verlieren. Sydney wir kommen!

Wenig später stehen wir auf der Fähre in Richtung Circular Quay. Wie die Verrückten werfen wir unsere Köpfe hin und her. Wo sollen wir bloss zuerst hingucken? Plötzlich tauchen zu unserer Linken die weissen Flügel der Sydney Opera auf. Das ist ein Anblick! Tausendmal schöner als auf jeder Postkarte, die ich bisher gesehen habe! Vor uns liegt die mächtige Harbour Bridge und vom anderen Ufer grinst uns das riesige Gesicht des Luna Parks entgegen. Diese Stadt ist schon jetzt der absolute Hammer! Paris, Barcelona, London ihr müsst euch warm anziehen!

Mehr Infos zum Thema Working Holiday findet ihr hier.