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Ein Känguru zum Geburtstag

Westaustralien – Ein Trend in der Geschenkbranche scheint die Adoption eines Tieres zu sein. Es ist etwas Neues, etwas Besonderes, auf das Geburtstagskind Bezogenes und zudem auch noch etwas Sinnvolles. Und die Auswahl des geeigneten und gewünschten Tieres ist enorm groß.

Die Insel Phillip Island in Victoria beispielsweise bietet ihre kleinen Pinguine zur Adoption an. Mit dem Beitrag von jährlich 75 Dollar kann man stolzer Besitzer eines watschelnden Pinguins sein. Von dem Geld bekommen die Pinguine Nahrung und neue Nester, die das Aussterben der seltenen Pinguin-Art verhindern sollen.

Mitglieder der „Penguin foundation“ kümmern sich liebevoll um die kleinen Tiere und setzen sich so für den Schutz und Erhalt der Pinguine ein. Seitdem die Aktion im vergangenen September ins Leben gerufen wurde, fanden sich bereits mehr als 500 neue Adoptiveltern unter anderem aus Italien, Belgien, England und Kanada. Auch zahlreiche Zoos bieten ihre Tiere mittlerweile zur Adoption an.

Eine besonders sinnvolle Investition ist die Adoption der Tiere im „Roo Gully Wildlife Sanctuary“ in Boyup Brook, Westaustralien. Dort, circa 250 Kilometer südlich von Perth, haben 34 Kängurus, fünf Wallabies und zahlreiche Vögel ihr zu Hause.

Und alle diese Tiere, die hier leben, haben ihre eigene, traurige Geschichte. Es sind kranke Tiere, die meist durch einen Unfall stark verletzt wurden. Sie werden von Einwohnern direkt zum „Roo Gully Wildlife Sanctuary“ gebracht, wo sie wieder liebevoll aufgepäppelt und regelmäßig von einem Arzt aus der Umgebung untersucht werden.

Einige dieser Tier-Patienten können später wieder zurück in die Wildnis, die meisten sind jedoch so schwer verletzt, dass sie alleine in der freien Natur nicht überleben würden. Oft ziehen die Mitarbeiter des Wildgeheges in Westaustralien auch Känguru-Babies, die ihre Mutter bei einem Auto-Unfall verloren haben, groß.

Carol Lander kümmert sich seit 1996 rund um die Uhr um ihre „Patienten“. Geplant hat sie den „Roo Gully Sanctuary“ jedoch nie. „Eigentlich war es ein Zufall, dass wir uns zu solch einem Zufluchtsort für verletzte Tiere entwickelt haben. Die Menschen haben uns einfach die verletzten Tiere gebracht und wir haben sie natürlich angenommen. Das hat sich dann irgendwie herumgesprochen und es kamen immer mehr und mehr.“ Finanziell unterstützt wird sie teilweise von der Regierung. Da diese Unterstützung jedoch sehr gering ausfällt, ist Carol auf jeden weiteren Cent angewiesen.

„Die Adoptionen sind sehr wichtig für uns und besonders natürlich für die Tiere. Dadurch können wir den Tieren die nötige Medizin, Futter und ein geeignetes Gehege bieten.“ Denn die Ausgaben summieren sich. Allein um ein Käguru-Baby großzuziehen, muss Carol mit 1000 Dollar rechnen. „Die Känguru-Babies brauchen zum Beispiel eine spezielle Milch, die sehr teuer ist“, erklärt sie. Mit der Adoption und dem deswegen hereingespülten Geld haben die Tiere eine Chance, zu überleben.

Die Adoption kostet 100 Dollar und ist für ein Jahr gültig. Dafür erhält man eine persönliche Urkunde, eine eigens produzierte DVD, die sogar bereits einen Preis gewonnen hat, und einen Aufkleber für das Auto.

Katharina Feldgen

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