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Tier-Special InfobahnAustralia: Koala

Koalas - die Touristenlieblinge

Sie sind Australiens knuddeligsten Wahrzeichen und eines der beliebtesten Fotomotive. Dabei sind sie gar nicht alle so knuddelig und kuschelig, wie man als harmloser Betrachter vermuten könnte. Jeder Koala hat einen recht eigenwilligen Charakter und da gibt es durchaus auch den einen oder anderen Grantler dazwischen. Deswegen: schauen, aber nicht anfassen, denn der Koala hat eine mit spitzen, scharfen Krallen versehene Greifhand, die durchaus auch gut kratzen kann.

Nun aber zu ein paar Facts and Figures über das beliebte Beuteltier. Der Koala wird 61 bis 85 Zentimeter groß und wiegt zwischen 4 und 14 Kilo, abhängig vom Geschlecht und der Region. Der Koala hat bräunlich-silbergraues, wolliges Fell. Charakteristische Merkmale sind eine vorstehende, dunkle Nase und große plüschige Ohren. Der Koala hat einen im Verhältnis zu seinem Körper großen Kopf, dessen Gehirnmasse relativ gering ist.

Koalas waren ursprünglich in Australien weit verbreitet, wurden aber wegen ihres Fells gejagt und dadurch in vielen Gebieten ausgerottet. Sie konnten teilweise wieder angesiedelt werden. Größere Populationen sind entlang der australischen Ostküste in Queensland, New South Wales und Victoria zu finden. Anders als der Mensch sind die Koalas bei der Fortpflanzung recht effektiv. Die Tragzeit beträgt 35 Tage, dass Junge krabbelt eigenständig aus der Kloake in den Beutel, rund 12 Monate später ist das Junge selbständig und das Muttertier kann erneut trächtig werden.

Koalas sind Baumbewohner und überwiegend nachtaktiv. Sie halten sich nur ungern am Boden auf und bewegen sich dann auf allen vieren vorwärts. Um Energie zu sparen, schlafen sie bis zu 18 Stunden am Tag. Deswegen trifft man sie meist dösend oder schlafend in einer Astgabel an.

Ihre natürlichen Feinde sind Dingos und große Greifvögel. Doch Abholzung, Buschbrände und Autoverkehr sind die schlimmeren Gefahren für den Koalabestand von Australien.

Eukalyptus steht ganz oben auf der Koala-Speisekarte - sie fressen oft bis zu einem Kilo Blätter am Tag. In ganz Australien nutzen sie aber nur etwa 70 von den über 500 bekannten Eukalyptusarten, lokal sogar nur 5-10 Arten. Bei der Nahrungsaufnahme sind Koalas gezwungenermaßen äußerst wählerisch, denn Eukalyptus enthält Giftstoffe, die der Koala zwar in gewissen Maßen tolerieren kann, aber zu hohe Konzentrationen sind auch für ihn giftig. Trotzdem gibt es die eine oder andere Ausnahme und in Perth soll ein Koala leben, der am liebsten Eis-Lollies lutscht und damit seine Besucher erfreut.

Koala bedeutet in der Sprache der Aborigines „trinkt nicht“, auch wenn sie in Wirklichkeit durchaus auch Wasser zu sich nehmen (wenn auch nicht allzu viel).

Wo kann man sie sehen?

Ein echter Geheimtipp ist der Great Otway National Park in Victoria, wenn man auf der Suche nach wild lebenden Koalas ist. Dieser National Park liegt direkt an der Great Ocean Road, nicht weit von Apollo Bay. Fährt man vom Highway A1 ab und die kleine Straße durch die Eukalyptuswälder zum Leuchtturm von Cape Otway, wird man schon nach wenigen 100 Metern bemerken, dass Autos am Straßenrand stehen und sich eine Menschentraube unter Bäumen gebildet hat. Dann sollte man sich schnell dazu gesellen, weil hier garantiert Koalas verschlafen in den Astgabeln sitzen. Im Great Otway National Park bekommt man die beliebten Tiere fast immer zu Gesicht.

Auch Kangaroo Island in der Nähe von Adelaide ist bekannt für den hohen Bestand dieser Beuteltiere. Dank der geographisch isolierten Lage der Insel haben sie hier keine Feinde und die Population nimmt fast schon überhand. Ein Glück für Touristen, die so eine ziemlich hohe Chance haben, die kleinen Kerle auf der Insel anzutreffen.

Wer allerdings die Koalas aus nächster Nähe betrachten möchte, der sollte eines der zahlreichen Koala Krankenhäuser oder Sanctuaries besuchen. Dort werden kranke, angefahrene oder durch Waldbrände verletzte Tiere wieder gesund gepflegt und später wieder in die freie Natur ausgesetzt. In diesen Stationen kann man von den (oft ehrenamtlichen) Pflegern viel Wissenswertes über Koalas erfahren und man kann sich den Koalas, besonders zu den Fütterungszeiten, bis auf wenige Meter nähern.
Solche Stationen findet man z. B.: auf Kangaroo Island in der Hanson Bay Sanctuary, in Lismore in New South Wales im Koala Care & Research Centre, auf Phillip Island bei Melbourne im Koala Conservation Centre, in Port Macquarie an der Ostküste im Koala Hospital oder elf kilometer südwestlich von Brisbane im Lone Pine Koala Sanctuary, dem größten Koala-Schutzgebiet der Welt. Hier kann man zahme Koalas sogar für ein Foto streicheln und auf den Arm nehmen.

Text und Foto: Melanie Neuer