Der
Meister des großen Spungs
Der typische Vertreter der australischen
Fauna ist zweifellos das Känguru! Schon jedes Kind
nennt das Känguru als typisch australisches Tier,
wenn man es mit dem roten Kontinent konfrontiert. Zwischen
40 und 50 Millionen der Beutler springen in Australien
umher, so schätzt man, bei rund 21 Millionen menschlichen
Einwohnern. Neben dem Emu ist das Känguru übrigens
auch Wappentier Australiens. Beide sollen den Fortschritt
des Landes symbolisieren, da sie sich nur vorwärts
bewegen können! Das Känguru kommt aber nicht
nur im Wappen des Landes vor, sondern auch auf dem Ein-Dollar-Stück
oder als Logo verschiedener australischer Organisationen
wie der Fluglinie Qantas und natürlich auch der
InfobahnAustralia.
Kängurus sind Pflanzenfresser. Ist
die Nahrung mal schlecht verdaulich, käuen sie
manchmal ihre Nahrung wieder. Die meisten Jungtiere
der Beuteltierarten in Australien werden "Joeys"
genannt. Bei hoher Geschwindigkeit springt das Känguru
nur mit den Hinterbeinen (wenn es sich langsam fortbewegt,
nimmt es die Vorderpfoten dazu) wobei der Schwanz zur
Ballance dient und in der Luft bleibt. Die Sprünge
des Riesenkängurus sind mehrere Meter lang und
sie können bis zu 70 km/h schnell werden! Allerdings
nur über kurze Entfernungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit
beträgt eher um die 20–25 km/h. Kängurus
werden im Durchschnitt vier bis sechs Jahre alt.
Kängurus
kommen in ganz Australien vor, haben sich aber den jeweiligen
Umständen der Regionen, in denen sie leben, angepasst.
So gibt es beispielsweise in den Regenwäldern im
tropischen Norden Australiens Baumkängurus, wie
etwa das Lumholtz’s Baumkänguru, das die
meiste Zeit des Tages auf den Bäumen verbringt
und dort Blätter frisst. Dagegen hat sich z.B.
das Rote Riesenkänguru sehr gut an seinen Lebensraum
der Grassteppe angepasst. Weil es dort jeden Tag sehr
weite Strecken zurücklegen muss, gehört es
zu den größten Vertretern seiner Art und
wird bis zu 1,40 m groß. Dementsprechend lange
Beine hat es somit auch, mit denen es ohne große
Kraftanstrengung weite Sprünge machen kann. Die
meisten Känguruarten leben in Gruppen - einige
Gruppen bewohnen die Steppe, andere leben in den Bergen.
Und alle bewegen sich hüpfend vorwärts - auch
die Baumkängurus!
Was passiert mit den kleinen Joeys,
wenn ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt?
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Diese Frage stellen sich viele Touristen,
die auf ihrem Weg durch Australien ständig auf
tote Tiere am Straßenrand treffen, den sogenannten
Roadkill. Obwohl es extrem gefährlich ist, auf
Landstraßen nach Einbruch der Dämmerung zu
fahren, verlangsamen viele Einheimische leider die Geschwindigkeit
nicht. Organisationen wie Wires oder auch viele lokal
engagierte Tierlieber suchen regelmäßig die
Beutel der toten Tiere ab und kontrollieren, ob Joeys
darin gerettet werden können. Sobald die Babies
bereits mit Fell bedeckt sind, haben sie gute Überlebenschancen.
Allerdings ist die Aufzucht aufwändig und auch
nicht ganz billig. Wie ein menschliches Baby brauchen
die Kleinen alle vier Stunden Milch und zwar Laktose-freie
Milch. Ansonsten könnte das Tier blind werden.
Die kleinen Kängurus lieben es, in Beuteln zu wohnen
und gewöhnen sich meist schnell an den Menschen.
Leider können sie selten in die Wildnis entlassen
werden, sondern verbringen ihren Lebensabend meist im
Zoo oder Wildpark.
Wo kann man sie in freier Natur sehen?
Da Kängurus dämmerungs- und
nachtaktiv sind, bekommt man sie normalerweise zwischen
Morgengrauen und Abenddämmerung selten zu sehen.
Allenfalls auf weiten Rasenflächen an etwas ruhigeren
Straßen oder in der Nähe von Campingplätzen
sieht man sie bereits ab nachmittags grasen.
Grundsätzlich
gibt es aber fast überall Orte, wo besonders oft
Kängurus zu sehen sind. Es lohnt sich, Einheimische
danach zu fragen, die einem meist gerne die geheimen
Spots verraten..
In Victoria ist zum Beipiel der winzige Tower Hill National
Park in der Nähe von Port Fairy an der Great Ocean
Road ein echter Geheimtipp, um Wildlife zu sehen. In
Südaustralien ist sicher Kangaroo Island eine gute
Wahl - wie der Name schon verrät. Besonders im
Flinders Chase National Park, der ebenfalls auf der
Insel liegt, ist es sozusagen garantiert, Känguru-Herden
beobachten zu können. Wallabies, wie die seltenen
Rock Wallabies (siehe Foto) kann man an einem Campingplatz
in der Nähe von Mareeba beobachten. Baumkängurus
sind schwer zu beobachten, aber der Fig Tree in der
Nähe von Yunguburra in den Atherton Tablelands
ist zumindest ein guter Startpunkt.
Text: Christiane Schinke und Melanie Lederle
Foto Credit: Barbara Barkhausen