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Abendessen
am Logfeuer...
Frühstück mit Känguru...
Bill
Bryson hätte hier wahrlich seine Freude. Inmitten von
vier Quadratkilometern Busch, mit herrlichem Blick über
das Hunter Valley und von grasenden Kängurus umgeben
liegt das Restaurant Treehops. Es ist in das exklusive Eaglereach
Wilderness Resort eingebunden, steht jedoch auch Tagesbesuchern
offen. Was braucht der Erholungssuchende mehr, könnte
man sich fragen, denn nicht nur Umgebung, Resort und Tierwelt
sind „unbelievable“, wie das Werbeprospekt der
Hotelanlage es ganz richtig ankündigt, auch das Essen
im Restaurant ist rundum exzellent. Doch das alleine ist es
nicht, was mich 2,5 Stunden in den Norden von Sydney fahren
läßt. Ich bin nach einem zufälligen Telefonat
mit den Besitzern neugierig geworden...
Das
Restaurant Treehops wird von Günter, Cautney und Stephen
betrieben. Günter, der aus Bischofstetten in Österreich
kommt, Cautney, in deren Adern neuseeländisches Maoriblut
fließt und Stephen aus England, der niemand geringeren
als den britischen Multimilliardär Richard Branson auf
seiner Privatinsel Necker Island bekochte, bevor er den Karibik-Luxus
mit der australischen Wildnis vertauschte. Welche Fügung
des Schicksals hatte diese Drei, inzwischen engen Freunde
(in Günter und Cautneys Fall sogar sehr enge!) wohl in
die Abgeschiedenheit des Upper Hunter Valley in New South
Wales verschlagen?
Als
ich nach zweieinhalb Stunden Fahrt – die letzte Viertelstunde
ein Weg, der sich extrem steil und kurvig in die Berge hinauf
mäandert – schließlich vor einem gemütlichen
Holzhaus stehe, empfängt mich ein Zettel. „Gone
fishing. Back at 5 pm.“ Ich bin zu früh losgefahren,
das Restaurant öffnet am Abend erst um 18 Uhr. Kein Problem
– Zeit, sich ein wenig umzusehen. Während ich mich
aufmache, einmal um das Restaurant herum zu marschieren, hüpft
mir ein Wallaby entgegen. Ich biege um die Ecke und da sitzen
sie. Mindestens 20 Kängurus grasen in der Abendsonne,
direkt unter der Terrasse des Treehops. Ein magischer Anblick
für einen Städter. Als ich wieder nach oben komme,
steht die Tür zum Restaurant plötzlich offen. Im
Inneren zündet der Chef persönlich gerade das Kaminfeuer
an, das schnell eine wohlige Wärme verbreitet und den
Raum, mit seinen hohen Decken und dem vielen Holz, noch wohliger
wirken läßt. „Hallo, ich bin der Günter,“
begrüßt er mich mit österreichischem Dialekt.
„Komm, ich stelle dir die anderen vor.“
Günter
Hager kommt eigentlich aus St. Pölten in der Nähe
von Wien. Er kam 2000 nach Sydney, um die Olympiade zu sehen.
Er blieb, um in einem Hotel am Bondi Beach in Sydney zu arbeiten
und lernte dort den Engländer Stephen und die Neuseeländerin
Cautney kennen. „Erst verliebte ich mich ins Land und
später dann in Cautney.“ Auch mit Stephen verband
die Beiden schnell eine enge Freundschaft, doch Stephen Hitchings
Wege führten ihn erstmal an einen eher ungewöhnlichen
Ort. Den junge Engländer, der einst vor elf Jahren als
Backpacker nach Down Under gekommen war, zog es nochmal in
die große weite Welt. Drei Jahre lang arbeitete er auf
Richard Bransons Nobelinsel in der Karibik – Necker
Island – bevor ihn seine Wege wieder zurück nach
Down Under führten. „Es war eine aufregende Zeit,
aber mit emotionalen Höhen und Tiefen. Einmal denkst
du, du bist im Paradies und dann kriegst du wieder den Inselkoller.“
Stephen traf eine Menge berühmter Leute: Besitzer und
Multimilliardär Richard Branson, Danny DeVito, Lucy Lu
oder Mariah Carey zum Beispiel. Und seine Kochkünste
entwickelten sich nochmal weiter. Manche wolltens klassisch,
andere eher kreativ und ausgefallen. „Richard Branson
ist einfach zufrieden zu stellen. Er mag am liebsten sein
englisches Essen, einen guten Roast zum Beispiel. Schwieriger
ist es mit den New Yorker Gästen, die haben ihre eigenen
Vorstellungen. Aber bei 40000 US Dollar pro Nacht können
sich die Gäste auch so manche Extravaganz leisten.“
Irgendwann
hatte Stephen aber die Nase voll vom Luxus und von der Karibik,
kehrte zurück nach Down Under und traf wieder auf Günter
und Cautney, die gerade den Gedanken an ein eigenes Restaurant
hegten und ihn gleich mit ins Boot nahmen. Ein halbes Jahr
suchten sie gemeinsam, bis sie das Treehops Restaurant im
Hunter Valley Anfang 2006 fanden. „Wir haben uns nach
nur einer Woche Überlegen entschieden. Das war fast wie
Liebe auf den ersten Blick.“
Im Treehops Restaurant kochen Günter und
Stephen europäisches Essen mit französischem Einfluss
(Cautney managt das Restaurant): „Wir haben große
Portionen, aber mit einem Essen, nach dem sich niemand voll
fühlt. ‚Feel Good Food’, das ist eine unserer
Devisen. Und: die Gäste sollen gerne wieder kommen,“
sagt Stephen Hitchings über ihre Kreationen. Dafür
sorgt auch Günter Hager, der sich nach einem langen Abend
im Restaurant auch gerne mal zu den Gästen setzt, „a
bisserl ratscht“, und einen Schnapps ausgibt. „Das
gehört auch dazu,“ meint der freundliche Österreicher.
Mir servieren die zwei Meisterköche
eine von Stephens Zeit auf Necker Island inspirierte Pilzsuppe,
eine geräucherte Forelle, die eindeutig österreichische
Anklänge hat und eine mit süßem Senf glasierte
Ente mit Kartoffelgratin und grünen Brechbohnen. Der
Charme ihrer Menüs liegt in der Mischung der Kulturen.
Die Einflüsse exklusiver französischer Küche,
die Stephen auf Necker Island entwickelte, die rustikalen
Einklänge von Günthers österreichischer Küche,
die frischen Zutaten, die alle aus der Region kommen.... All
das scheint man herauszuschmecken – aus der leicht süßlich
herben Pilzsuppe, die ein hervorragender Einklang in das Menü
ist; aus der zart geräucherten Forelle, die auf einem
Salatbett ruht und den Gaumen weiter reizt, aber nicht den
Appetit auf das Hauptgericht wegnimmt; und aus der Ente, die
durch und durch zart und nicht zu Unrecht das Lieblingsgericht
der meisten Gäste im Restaurant ist.
Die
Nachspeisen sind dann natürlich österreichisch beeinflusst,
denn wo in der Welt gibt es bessere... Doch die Klassiker
serviert Günter nicht unbedingt auf der alltäglichen
Karte. „Apfelstrudel, Sachertorte und Palatschinken
zum Beispiel gibt es nur bei unseren österreichisch-bayerischen
Frühschoppen.“ Die finden immer am ersten Sonntag
im Monat statt (die nächsten sind am 1.10., 5.11. und
3.12., jeweils 12 – 16 Uhr) und waren bisher immer ein
Riesen-Erfolg. „Oft kommen alle Deutschen, Österreicher
und Schweizer, die in der Nähe wohnen. Und natürlich
eine Menge Australier. Wir haben all die typischen Gerichte
wie Schweinebraten, Bratwürste, Gulasch oder Schnitzel
und es spielt sogar eine echte bayerische Band.“ Der
Sänger ist übrigens sechsmaliger australischer Jodelmeister
und stellt seine Jodelkünste auch gerne unter Beweis!
Außer ihrem „à la
Carte“-Menü und den Frühschoppen bieten die
drei Freunde auch Winemaker Dinners, edle sechs Gänge-Menüs,
in denen sich Weinkellereien der Region vorstellen (für
99 Aus $ pro Person), und catern für Konferenzen und
Hochzeiten im Resort.
Nachdem ich fertig gegessen habe und
auf die lodernden Flammen im offenen Kamin blicke, kommen
Günter und Stephen aus der Küche. Der letzte Gast
hat sein Essen serviert bekommen. Zeit, noch „ein bisserl
zu ratschen“. Dabei erfahre ich, dass Günter manchmal
die Küche seiner Mutter in Österreich vermisst und
ganz stark „seinen“ Fußballclub Rapid Wien.
Und dass Stephen noch immer nach der Traumfrau sucht, auch
wenn ihm Lucy Lu auf Necker Island gut gefallen hätte.
„Vielleicht bringt mir ja Ihr Artikel die richtige Frau
ins Haus,“ sagt er und lacht. „Wenn sie deutsch
spricht, ist sie ja hier in guter Gesellschaft.“ Barbara
Barkhausen
Treehops Restaurant
Eaglereach Wilderness Resort
Summerhill Road
Vacy 2421
NSW Australia
Phone: 02 4938 8298
Fax: 02 4938 8349
Email: info@treehops.com.au
http://www.treehops.com.au
Die
berühmte Pilzsuppe von Richard Bransons Necker Island
Zutaten:
4 Esslöffel Pflanzenöl
3 gehackte Zwiebeln
3 Esslöffel gehackten Knoblauch
1 Esslöffel getrockneten Oregano
1 Esslöffel getrockneten Thymian
1 Kilo Champignons (halbiert)
1 Kilo Austernpilze (grob gehackt)
1 Handvoll getrocknete Steinpilze (Porcini)
Salz und Pfeffer zum Abschmecken
6 grob gehackte, geschälte Kartoffeln
Wasser und Hühnerbrühe
Zwiebeln, Knoblauch, Oregano und Thymian kurz in Öl
anbraten, sämtliche Pilze beigeben und ebenfalls kurz
anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kartoffeln dazu
geben und mit soviel Wasser und Hühnerbrühe aufgießen,
dass die Zutaten alle bedeckt sind. Die Suppe zum Kochen
bringen und danach auf niedriger Stufe so lange köcheln
lassen, bis Pilze und Kartoffeln weich sind. Mit einem
Mixer zu einer sämigen Konsistenz bringen und durch
ein Sieb passieren. Mit Joghurt und Schnittlauch verziert
servieren. |
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Das
Eaglereach Wilderness Resort Das
Restaurant Treehops ist in das vier Quadratkilometer
große Eaglereach Wilderness Resort eingebunden. Außer
Kängurus, Wallabies, Echidnas, Goannas, Papageien
und einer ziemlich frechen Gans gibt es dort 38 exklusive
Lodges. Jede für sich ist einzigartig, manche sind
mit Spabad, andere mit Billiardtisch oder Sauna ausgestattet.
Alle Häuser haben einen herrlichen Blick über das
Hunter Valley und die Barrington Tops. Es werden etliche
Sportaktivitäten und ein Wellnessprogramm angeboten.
Das Resort ist dem Ecotourismus
verschrieben - selbst die Einlassschranke am Eingang
ist noch solarbetrieben!
Mehr Infos unter: http://www.eaglereach.com.au |
Text und Photo Credit: Barbara
Barkhausen
Treehops
I Bit Brasserie
I Stuyvesants
House I Nick's
Restaurant I
Jagerstuben
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