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Versteckt
- hinter der Küche und kurz vor dem Hinterausgang –
geht es ein paar steile, enge Treppenstufen hinunter in ein
wahres Heiligtum. Eine Weinflasche reiht sich an die nächste,
der Boden ist von den Korken alter Flaschen gesäumt,
rund 25 Meter geht es in die Tiefe. Australischer Grange,
französischer Bordeaux, italienischer Merlot, deutscher
Riesling, insgesamt 2000 Flaschen von 15 bis zu 5000 Dollar
das Stück lagern hier unter dem Stuyvesant's House. Der
größte Weinvorrat in einem Restaurant in ganz Australien!
Rudi
und Max, die Eigentümer, sind ein unschlagbares Team.
Brüder und Geschäftspartner in einem – ein
Dreamteam im australischen Gastronomiehimmel. Seit 30 Jahren
führen sie gemeinsam das gut bürgerliche Restaurant
Stuyvesant's House, ein uriges Lokal im altholländischen
Stil, eingepfercht zwischen den modernen Läden des geschäftigen
Crows Nest. Doch der Lärm der Geschäftsstraße
von draußen bleibt hinter einem zurück, sobald
man das gemütliche Ambiente bei Rudi und Max betritt.
Kleine Tische, viel dunkles Holz und ein Thresen, hinter dem
einen mindestens einer der Chefs persönlich begrüßt.
Eine steile Treppe führt zu einem Raum unterm Dachgiebel,
der sich ideal für Privatfeiern oder kleinere Geschäftstermine
eignet.
"Good
Food makes good People...and a Day without Wine is like a
Day without Sunshine." Dieses Motto paßt zu den
Brüdern, wie die Faust aufs Auge. Schon die Großmutter
und die Mutter hatten die beiden zu Hause im Schwarzwald für
gute Küche begeistert. „Mit unserer Mutter haben
wir oft schon in den frühen Morgenstunden Leckereien
für den Rest der Familie gebacken,“ erzählt
Rudi Dietz. Beständigkeit und Gründlichkeit sehen
die beiden heute als ihr Erfolgsrezept. „Und dabei doch
auch flexibel bleiben. Der Max verdreht vielleicht die Augen,
wenn ich in die Küche komme und ihm tausend Extrawünsche
diktiere, aber er erfüllt stets jeden Wunsch.“
Für chinesische Gäste hat der Meisterkoch selbst
mal eine Misosuppe mit schwäbischen Maultaschen gezaubert
und wer sich nicht zwischen Ente und Lamm entscheiden kann,
bekommt oftmals eine halbe Portion von jedem.
Und
so flexibel wie der Koch ist auch die Speisekarte. Viel Seafood
wird geboten, deutsche, holländische wie auch modern
australische Küche – ein interessantes Mix der
Kulturen, das für Rudi und Max jetzt schon seit über
30 Jahren funktioniert. Queensland Mudcrab oder Hummer sind
Max’s Spezialitäten genauso wie die traditionelle
Gans, Rindsrouladen oder Spanferkel. Bei meinem Besuch gibt
es ein echtes Max und Rudi-Menü. Individuell zusammengestellt
– ohne Blick auf die Tageskarte. Gedünstete und
marinierte Knoblauchzehen und Schmalz mit Brot zieren den
Tisch. Ein klassischer Heringssalat mit Salzkartoffeln läutet
den Lunch ein – die Marinade genau richtig gewürzt
– mit leicht süsslichem Touch. Eine gebratene und
in Prosciutto eingerollte Feige mit einer raffinierten Sauce
aus Blauschimmelkäse regt den Appetit zwischendurch wieder
an, bevor Rudi ein original Schwarzwaldgulasch serviert, das
schon auf der Gabel zerfällt und mit Spätzle und
Blaukraut gereicht wird - das Blaukraut mit Nelken und Wacholderbeeren,
einem Schuß Rotwein und Schmalz. Als Dessert serviert
der Chef hausgemachte Eiscreme, Nougat, Haselnuss und Grand
Marnier - verführerisch... Oder wie wärs mit einem
Mousse aus Schweizer Tobleroneschokolade oder einem Soufflé
mit Passionsfrucht und Schokolade... Das Soufflé ist
wahre Präzisionsarbeit, das Eiweiß darf nicht zu
weich und nicht zu steif sein, das Gefäß muss perfekt
gebuttert und gezuckert sein. Max ist auch hier ein wahrer
Meister seines Fachs. „Manche Gäste wollen ihr
Soufflé gar nicht essen, weil es so schön aussieht,“
schmunzelt Rudi. Ein Restauranterlebnis heißt für
ihn und Max, sich verwöhnen zu lassen. „Und nicht
jeder ist dabei ein Schwabe - für manche Gäste kochen
wir ein wahres "Feast – fit for Kings", nicht
umsonst gibt es Weine für 5000 Dollar das Stück,“
verrät uns Rudi mit einem Augenzwinkern.
Rudi
und Max tun einiges dafür, dass das Niveau des Restaurants
in den 30 Jahren seines Bestehens stetig blieb: Gemüse
und Blumen stammen von den berühmten Flemington Markets,
Fisch und Meeresfrüchte kommen aus Pyrmont, täglich
frisch ausgesucht und mit viel Liebe zum Detail zubereitet
und serviert. „Manche Gäste kommen seit vier Generationen
hierher. Manch einen kenne ich noch von seinen Schnullertagen
und heute bringt er seine eigenen Stöpsel mit. Unser
Job ist nicht immer einfach, aber wir lieben ihn und haben
immer noch jeden Tag Spaß dabei.“ Und wirklich:
wer die beiden Dietzbrüder nicht kennt, dem fehlt ein
Stück Sydney-Historie. Rudi sagt selbst von sich, dass
er eine starke Persönlichkeit ist. Einer der sich nichts
gefallen läßt und der für seine Sache kämpft.
Aber auch einer, der immer für einen Spaß und eine
Anekdote zu haben ist. Ein Schwätzchen mit dem Chef ist
deshalb beim Restaurantbesuch genauso wichtig wie das Essen
selbst. „Der Kunde geht bei uns über alles. Da
lasse ich im wahrsten Sinne des Wortes alles stehen und liegen,“
sagt Rudi Dietz. Und es geht ihm auch um Höflichkeit
und Anstand. „Ich sage zu unseren Kellnern immer. Es
gibt hier 5000 Restaurants – wir wollen etwas Besonderes
sein. Das heißt auch, dass man beim Abschied noch mit
zur Tür kommt und sich bedankt. Und wenn nötig draußen
auf der Straße steht und ein Taxi herbeijodelt –
kein Witz – das ist meine ganz besondere Spezialität.“
Stuyvesant's
House
45 Alexander St
Crows Nest NSW 2065
PH 02 9439 7155
http://www.stuyvesantshouse.com
rudi@stuyvesantshouse.com
Treehops
I Bit Brasserie
I Stuyvesants
House I Nick's
Restaurant I
Jagerstuben
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