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In Australien sehen Lebensläufe
anders aus:
Briefkopf
Kein Photo und kein Geburtsdatum. Danach zu fragen, wäre
diskriminierend. Auch kein Geburtsort und keine Staatsangehörigkeit,
Religion und Familienstand schon gar nicht. Stattdessen stehen
dort der Name (möglichst oben rechts, damit er im angelsächsischen
Ablagesystem leicht gefunden wird), die Adresse, die Telefonnummer
(nicht zu viele, und nur die, unter denen der angerufene Bewerber*
frei sprechen kann) und die E-Mail-Adresse (möglichst keine
kostenfreien). Für einige Bewerbungen (z.B. in IT) kann
eine eigene Website nützlich sein, meistens wird sie jedoch
nicht verlangt.
Soviel zum Briefkopf, wobei der Name eine Zeile einnimmt. Alles
Weitere darin kann der Bewerber in ein bis zwei Zeilen schreiben,
um Platz zu sparen, da der Lebenslauf nicht mehr als eine Seite
umfassen soll, zwei nur, wenn unbedingt notwendig – dabei
beachten: Er soll lesbar bleiben, also viel weißen Raum
lassen und die Schriftgröße nicht zu klein wählen.
Die Personalreferenten überfliegen die Lebensläufe
in Sekunden und wollen zunächst einen übergreifenden
Eindruck erhalten.
Berufsziel
Unter dem Briefkopf folgt das Berufsziel als „Job Objective"
oder „Career Objective". Entweder schreibt der Bewerber
darunter sein Langzeitziel oder den Job, den er als nächsten
anstrebt. Diese Angabe soll möglichst präzise sein,
ohne „um meine Kenntnisse einzubringen und zu erweitern"
– das wollen viele. Statt des Berufsziels kann der Bewerber
auch seinen eigenen Beruf aufschreiben, zum Beispiel „Dokumentar",
wenn mit der Stellenausschreibung ein Dokumentar gesucht wird.
Qualifikationen
Nun folgt eine übersichtliche Zusammenfassung der Fähigkeiten
(„Summary of Qualifications") in etwa drei bis fünf
Spiegelstrichen, die diese Fragen in Kurzsätzen beantworten:
Anzahl der Jahre Berufserfahrung in dem Bereich, eine Errungenschaft,
die zeigt, dass der Bewerber begabt für diese Arbeit ist,
und ein Zitat von jemandem, der auf den Bewerber positiv aufmerksam
wurde. Weiteres, z.B. Computer- und Sprachkenntnisse können
genannt werden, wenn sie für die Stelle, um die es geht,
relevant sind.
Lieber chronologisch
Im Weiteren gibt es zwei Möglichkeiten: entweder chronologisch
oder funktional. Viele Firmen ziehen die chronologische Form
vor, da sie sehen, wie sich der Bewerber beruflich entwickelte.
Die Jahreszahlen stehen ohne Monatsangabe links, daneben die
Firma, die Stadt und die Berufsbezeichnung.
Professional Experience
Darunter – und das ist auch anders als im deutschen Lebenslauf
– stehen die Errungenschaften (Professional Experience),
die der Bewerber bei diesem Job erreicht hat; worauf er stolz
ist, wie er eine schwierige Situation löste/eine Herausforderung
bewältigte, wie er seine Firma oder Kunden zufrieden stellte
und wie jemand auf seine Talente aufmerksam wurde (z.B. Zitat,
Auszeichnung). Darunter kommt der zweite Eintrag für die
vorherige Beschäftigung, dann der dritte usw. Alles in
Tabellenform mit dem Text in möglichst vielen Spiegelstrichen,
um Platz zu sparen und ihn lesbarer zu gestalten.
Die aktuelle Arbeit steht oben, die Reihenfolge
ist also „rückwärts" mit dem ersten Job
ganz unten. Dabei können Daten zusammengefasst oder weggelassen
werden. Lügen ist allerdings nicht erlaubt.
Für Newcomer
Der funktionale Lebenslauf ist günstig für Hochschulabsolventen
oder Bewerber, die mit vorigen Jobs nicht, dafür mit anderen
Leistungen glänzen können. Bewerber schreiben unter
der Job Objective die Kategorie z.B.„Professional Experience",
darunter eine Hauptqualifikation, die für die Arbeit wichtig
ist, für die sie sich bewerben, zum Beispiel „Management".
Dann folgen in Spiegelstrichen die Schritte wie im chronologischen
Lebenslauf: Auf welche Management-Leistung ist der Bewerber
stolz? Wie löste er eine Management- Schwierigkeit? Wie
stellte er andere mit seinem Management zufrieden? Wie wurde
jemand auf sein Management-Talent aufmerksam? Darunter schreibt
der Bewerber eine zweite Qualifikation, z.B. „Communication",
und wieder die Schritte Errungenschaft, Problemlösung,
Zuarbeit und Zitat/Award. Alles zeigt, wie erfolgreich der Bewerber
seine jeweilige Qualifikation anwendet.
Beim funktionalen Lebenslauf folgt eine
Tabelle mit der „Career History" (nur für bezahlte
Arbeit, dagegen steht „Work History" für un-/bezahlte
Arbeit. Diese Unterscheidung wird ernst genommen.) In der Tabelle
stehen die Jahreszahlen, die Arbeitsbezeichnung (z.B. Redakteur),
die Firma, die Stadt und das Land, z.B. Bremen, Germany. Schließlich
folgen Angaben zu zwei bis drei Referenten, welche die Firma
anrufen und nach den Qualifikationen des Bewerbers fragen kann.
Sie rufen tatsächlich an!
Platz sparen
Name, Firma, Position in der Firma, Telefon
und E-Mail, wobei der Bewerber generell Platz spart, indem er
Kategorie-Bezeichnungen (z.B. „Email") weglässt,
da der Leser erkennt, dass ein @ auf eine Email-Adresse hinweist.
Die Einträge für das Studium (Abschluss, Universität,
Stadt, Land, Jahr des Abschlusses) stehen ganz unten auf der
Seite beim chronologischen Lebenslauf, beim funktionalen können
sie direkt der „Career Objective" folgen.
Es können Hobbys angegeben werden,
wenn sie sich auf den Berufswunsch beziehen oder ein Engagement
im Team zeigen. Wichtig ist die Notiz am Ende, welche Arbeitserlaubnis
der Bewerber für das Land hat. Zum Schluss folgen weder
Datum noch Unterschrift.
Generell gilt: Es ist keine Lebensgeschichte,
es ist auch keine Auflistung der Vergangenheit, sondern eine
auf den einen Job, der unter „Job Objective" ganz
oben steht, zugespitzte Bewerbung. Ein Flugblatt, das zukunftsorientiert
geschrieben ist, das zeigt, der Bewerber hat genau die Qualifikationen
für diese ausgeschriebene Stelle. Der Bewerber guckt nicht
zurück und zählt auf, sondern schaut nach vorn und
zeigt, was er kann, was für genau diese neue Stelle relevant
ist – und nur das. Zudem sollen Daten von Jobs weggelassen
werden, die der Bewerber nicht wieder machen möchte oder
die ungünstig auf sein Alter hinweisen können.
Anschreiben
Das Anschreiben soll keine Wiederholung
des Lebenslaufs sein, sondern mit einem griffigen Einstieg beginnen,
dann zeigen, dass der Bewerber für die Stelle qualifiziert
ist, schließlich klären, wer wen für den Termin
zum Vorstellungsgespräch („Interview") kontaktiert.
Dann ein kurzes Dankeschön.
Insgesamt sollte das Anschreiben eine persönliche
Note setzen und Floskeln wie „Bitte finden Sie anbei meinen
Lebenslauf" vermeiden; dafür reicht der Eintrag „Resume"
unter Unterschrift/Namen als Hinweis auf die Anlage.
Hier
gehts zum Musteranschreiben
und Musterlebenslauf.
[Im
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Sonja K. Görnitz
E-mail: sonja@sonjastagebuch.com
http://www.sonjagoernitz.com
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