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"Gut vorbereiten, doch dann wird's eine
Erfahrung fürs Leben."
Silvia Spörl wollte bereits als sie 19 Jahre
alt war nach Australien auswandern. Doch damals waren die einzelnen
Schritte noch deutlich schwieriger und frei zugängliche
Informationen rarer. Jahrelang verschob sie ihre Pläne,
bis sie ein kleiner Umweg doch noch nach Australien führte.
Sie entschied sich nämlich, Down Under zu studieren und
dies öffnete ihr die Türen zum fünften Kontinent.
Heute lebt Silvia Spörl in Brisbane und hat ihre eigene
Firma im Bildungssektor. Sie gilt als eine der Expertinnen zum
Thema Studieren, Au Pair oder Praktikum Down Under. Wir wollten
von ihr wissen, was eigentlich für ein Praktikum in Australien
spricht und wie man solch eine begehrte "Arbeitserfahrung"
organisiert bekommen kann.
Frau Spörl, warum wollen eigentlich so
viele ein Praktikum in Australien absolvieren?
"Sehr viele Jugendliche, vor allem
Studenten, wollen internationale Berufserfahrung in Australien
sammeln und ihr Englisch im Geschäftsleben verbessern.
Australien ist ein 'Adventure Country' und deshalb erwartet
man sehr viel Spaß nebenbei. Zusätzlich verleitet
die positive wirtschaftliche Lage in Australien die Menschen
zu einem Praktikum. Die Leute hoffen oftmals auf einen Arbeitsplatz
nach einem Praktikum, um damit auswandern zu können. Außerdem
wählen viele Australien als Zielland, weil die Lebenshaltungskosten
hier niedrig sind und die politische Lage stabil ist."
Was ist Ihrer Meinung nach anders in Australien als in Deutschland?
"Die Arbeitgeber und auch die Arbeitsbedingungen
sind hier lockerer. Am Freitag Abend geht man zusammen auf ein
Bier, alle nennen sich beim Vornamen und Praktikanten werden
schnell integriert. Es gilt bei vielem das 'No Worries'-Prinzip,
was aber leider auch heißen kann, dass ein Praktikum nicht
immer sicher ist, auch wenn vorher Versprechungen gemacht worden
sind."
Wie stehen Ihrer Ansicht nach die Chancen,
ein Praktikum ohne die Hilfe einer Organisation zu finden?
"Ein Praktikum selber zu finden,
ist nicht immer einfach! Viele Australier kennen gar kein Praktikum
und die Konkurrenz aus dem Ausland ist oft groß. Ein Praktikum
bekommt man, wenn die individuelle Qualifikation und ausreichende
Berufserfahrungen gegeben sind. Sie sind ausschlaggebend bei
der Auswahl. Das heißt, wer sich später im Studium
bewirbt, hat bessere Chancen und auch Bewerber, die schon andere
Praktika oder Berufserfahrungen vorweisen können. Englisch
Grundkenntnisse reichen bei weitem nicht aus, es wird ein IELTS-Level
von 6,0 verlangt, was schon sehr gutes Englisch ist und mindestens
einer Zulassung zu einem Hochschulstudium entspricht. Wer unsicher
ist, der sollte in jedem Fall vor dem Praktikum einen Sprachkurs
absolvieren.
In jedem Fall ist es natürlich
leichter, ein Praktikum über eine Vermittlungsagentur zu
organisieren, da diese bereits einen Pool von Unternehmen haben,
auf die Suche nach geeigneten Unternehmen spezialisiert sind,
alle Absprachen treffen und auch bei der Beschaffung spezieller
Visa unterstützen. Wer aber lieber alleine sucht, für
den noch ein Tipp: Etwas einfacher wird es, ein Praktikum zu
bekommen, wenn man nicht nach einer Bezahlung fragt."
Wann sollte man mit der Suche beginnen?
"Gewiss kommt es darauf an, wo man
sich bewirbt, aber man sollte sich mindestens ein Jahr vorher
bewerben, wenn man bestimmte Praktikumswünsche hat. Sofern
man sich über einer Organisation vermitteln lässt,
dann vier Monate vor Beginn."
Wie lange sollte ein Praktikum in Australien
mindestens sein?
"Ein Praktikum sollte mindestens drei
Monate sein, aber hoch erfreut sind die Arbeitergeber bei sechs
Monaten. Da akzeptieren sie Bewerbungen deutlich einfacher.
Ein Praktikum für unter drei Monate zu erhalten, ist schwer,
da die Belastung der Einarbeitung für ein kurzes Praktikum
für das Unternehmen zu enorm ist."
Welche Vorteile bringt
einem ein Praktikum in Australien?
"Die Englisch-Kenntnisse im Geschäftsablauf werden
besser und verlässlicher durch ein Praktikum. Außer
einem ersten Feeling für Business Englisch, muss man sich
auch an die australische Lebenseinstellung und Kultur anpassen,
arbeitet mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen,
lernt unterschiedliche Arbeitsmethoden kennen und macht Erfahrungen
fürs Leben."
Wie sehen die Berufschancen
in Deutschland nach einem Praktikum in Australien aus?
"Internationale Berufserfahrungen sind in Deutschland
erwünscht. Die Chancen stehen sicherlich besser als ohne
ein Praktikum in Australien. Jeder Arbeitgeber in Deutschland
ist erfreut einen Arbeitnehmer beschäftigen zu können,
der zusätzlich unterschiedliche Kulturen und Arbeitsmethoden
kennt und ein akzeptables Englisch spricht."
Zum Abschluss, welche Bewerbungsunterlagen
müssen eingereicht werden?
"Wie in fast jedem Land müssen sehr viele Unterlagen
eingereicht werden, besondere Kriterien gibt es in Australien
nicht. Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf sind ausschlaggebend,
weil man damit das Interesse des Arbeitsgebers wecken muss.
Referenzen von ehemaligen Arbeitgebern und Professoren sollte
man bereit haben. Im Weiteren müssen Zeugnisse und anderen
Dokumente auf Englisch übersetzt sein. Die australischen
Unternehmen erwarten aussagekräftige Lebensläufe,
welche neben Monat und Jahresangaben auch einzelne Qualifikationen
und Schwerpunktthemen zu jedem Ausbildungsabschnitt und zu jeder
Anstellung/Praktikum enthalten sollten."
Das Interview führte Ratheskaran Dominic.
Kontakt Silvia Spörl:
AA Education Network/Australien
Ausbildung
25 Cleveland Terrace
Ormiston
QLD 4160
Ph: +61 7 34882916
E-mail:
info@australien-ausbildung.com
http://www.aa-education.com/
http://www.australien-ausbildung.com |